30.07.2016
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Jugend und Natur: Kinder werden Bachreporter

Am Flehbach suchten die Viertklässler aus Höhenhaus mit Käschern nach Leben.

Am Flehbach suchten die Viertklässler aus Höhenhaus mit Käschern nach Leben.

Foto:

Christ

Brück -

Trüb ist das Wasser in Rümeysas Glas, aber das sagt nichts über die Qualität aus: Der Flehbach ist sauber, sehr sauber sogar. „Gewässergüte eins bis zwei“ bescheinigt Veronika Dunkel dem kleinen Fluss. Schließlich wimmelt es vor Bachflohkrebsen und Libellenlarven, die sich nur in sauberer Umgebung zeigen.

Dunkel ist Leiterin der Kölner Wasserschule, die unter anderem im Klärwerk Stammheim Aufklärungsarbeit über den Wasserkreislauf leistet und an diesem Vormittag am Flehbach ein neues Projekt startet. Unter dem Motto „Bachreporter unterwegs“ belagern 17 Viertklässler der Höhenhauser Gemeinschaftsgrundschule Von-Bodelschwingh-Straße das Ufer des Flehbachs – mit Käschern und Lupengläsern rücken sie den dort lebenden Tierchen auf die Pelle. „Bei mir sind zwei Libellenlarven und ganz viele Bachflohkrebse drin“, sagt Rümeysa und hält den durchsichtigen Becher mit der Lupe in die Luft. In der Wasserprobe drehen sich winzige Bachbewohner lustig im Kreis: „Bachflohkrebse machen die ganze Zeit eine Rolle“, sagt Rümeysa und lacht. Ab jetzt können viele Grundschüler Bachreporter werden. Vor allem Schulklassen aus finanzschwächeren Stadtteilen sollen an dem Projekt teilnehmen, denn dank der Zusammenarbeit mit den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) kostet die Fahrt zum Einsatzort nichts.

Begeisterte Kinder

Auch die Viertklässler sind an diesem Morgen mit dem Hybrid-Bus der KVB von Höhenhaus zum Brücker Mauspfad gefahren, wo sich der Flehbach durch den Wald schlängelt. Sie lernen nicht nur, was der Bachflohkrebs mit der Gewässerqualität zu tun hat, sondern auch, dass eine Busfahrt für ein Gewässer besser ist als viele Autofahrten: Reiste jeder Schüler einzeln an, würden mehr Stickoxide ausgestoßen und als saurer Regen zurück in den Bach gelangen: „Die meisten Tiere brauchen aber einen neutralen pH-Wert“, sagt Dunkel.

Die Kinder sind begeistert bei der Sache. Sie lernen, dass Medikamente nicht ins Klo gehören, weil das Klärwerk die Wirkstoffe nicht filtern kann und dass überhaupt viele Dinge Auswirkungen auf den Wasserkreislauf haben. Am Ende notieren sie auf Zetteln, welche Tiere sie gefunden haben und wie die Nahrungskette im Wasser aufgebaut ist. Die kleinen Tierchen bei ihren lustigen Bewegungen zu beobachten, macht den Bachreportern aber sichtlich am meisten Spaß.