27.08.2016
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Abbruch: KHD-Schornstein in Kalk wird abgerissen

Noch steht der ehemalige KDH-Schornstein am Ende der Neuerburgstraße, doch der Abbruch ist bereits beschlossene Sache.

Noch steht der ehemalige KDH-Schornstein am Ende der Neuerburgstraße, doch der Abbruch ist bereits beschlossene Sache.

Foto:

Ramme

Kalk -

Eines der letzten markanten und sichtbaren Symbole der Industriegeschichte des Stadtteils soll in Kürze verschwinden. Die Verwaltung hat bislang alle Versuche der Kalker Bezirksvertreter zurückgewiesen, den geplanten Abbruch des alten Ziegel-Schornsteins an der Dillenburger Straße, der früher zum Heizkraftwerk von Klöckner-Humboldt-Deutz (KHD) gehörte, im letzten Moment noch abzuwenden. Auch ein gemeinsamer Dringlichkeitsantrag von SPD, CDU, Linken und Grünen, ein Moratorium für den Bauantrag zum Abbruch des Ziegelschornsteins zu beschließen, „bis alle Möglichkeiten, die zum Erhalt des Schornsteins führen könnten, endgültig ausgeschöpft sind“, blieb ohne Erfolg.

Die Verwaltung, so hieß es jetzt in einer Mitteilung an die Bezirksvertreter, hält den geplanten Abbruch des 106 Meter hohen Ziegelschornsteins mit drei innenliegenden Stahlrohren weiterhin grundsätzlich für zulässig. „Es gibt keine rechtlichen Mittel, um das von der Bezirksvertretung gewünschte Ergebnis zu erzielen.“ In der Zwischenzeit sei die Bearbeitung des Abbruchantrages fortgeführt und mittlerweile abgeschlossen worden. Alle baurechtlich erforderlichen Unterlagen, das teilte die Verwaltung mit, liegen derzeit vor und weisen keinen Ablehnungsgrund auf. Die Abbruchgenehmigung sei demnach in Kürze auszuhändigen. Es soll jedoch keine Sprengung, sondern „ein Handabbruch mit technischen Hilfsmitteln“ geben.

Eigentümer sieht keine sinnvolle Nutzung

Wie von den Bezirksvertretern gefordert, hat das Liegenschaftsamt mit dem Grundstückeigentümer gesprochen. Doch der wolle keine Änderung der Planung, da für den Schornstein „keine sinnvolle Nutzung absehbar sei und hohe Folgekosten in der Unterhaltung befürchtet werden“.

Auch der Verweis auf den Denkmalschutz wurde abgewiesen. Während die Bezirksvertreter von „einem Symbol für die industriell geprägte Vergangenheit Kalks und der langen und erfolgreichen Industrie-Geschichte des Stadtteils“ sprachen, habe die Denkmalschutzbehörde es bereits vor einiger Zeit abgelehnt, den Schornstein unter Schutz zu stellen.

„Das kann man auch anders sehen“, sagte SPD-Fraktionschef Marco Pagano. „Es ist sehr schade, dass dieses Industrie-Denkmal verschwindet.“ Nach Ansicht der Grünen habe sich das Bauaufsichtsamt drei Monate lang nicht gerührt und „verstecke sich nun hinter Paragrafen“. Sprecherin Manuela Grube: „Dass es hier nicht gelungen ist, eine Lösung zu finden, ist ein Verlust für Kalk.“