27.09.2016
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Kölner Kalkberg: Landeplatz-Fundament sackt ab

Panorama der Stadt: Auf dem Kalkberg entstehen neben dem Hubschrauber-Landeplatz (Mitte) auch eine Aussichts-Plattform für Besucher (l.).

Panorama der Stadt: Auf dem Kalkberg entstehen neben dem Hubschrauber-Landeplatz (Mitte) auch eine Aussichts-Plattform für Besucher (l.).

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Norbert Ramme

Kalk/Buchforst -

Die Betriebsstation für die Rettungshubschrauber auf dem Kalkberg ist noch nicht fertiggestellt. Doch das Projekt wird immer teurer. Kalks Bezirksvertreter haben jetzt mehrheitlich eine Kostenerhöhung von knapp 2,4 Millionen Euro abgenickt – gegen die Stimmen der Linken. In dieser Woche müssen noch der Finanzausschuss und der Stadtrat den Mehrkosten zustimmen. Gegenüber der berechneten Investition von 10,9 Millionen Euro – der Rat hatte im Dezember 2011 zugestimmt – sind die Baukosten inzwischen auf 13,3 Millionen Euro gestiegen. Nun soll das Rechnungsprüfungsamt noch einmal die nachträglich notwendig gewordenen Kosten prüfen.

Fehler bei Planung und Ausführung

Die Bezirksvertreter hoffen, dass die Verwaltung mit möglichen Regressforderungen auf die beteiligten Firmen zugeht – wegen Fehlern bei der Planung und bei der Ausführung. „Die Preissteigerung ist schon ärgerlich“, sagte Jürgen Schuiszill, der Vorsitzende der CDU-Fraktion. „Und Kostentreiber ist dabei nicht die Aussichtsplattform.“ Die schlage nur mit 120 000 Euro zu Buche, biete Ausflüglern künftig einen 360-Grad- und Panorama-Blick über die Stadt sei ursprünglich gar nicht vorgesehen gewesen. Erst auf mehrfaches Drängen der Kalker Bezirksvertreter, die damit die Wünsche der Bürger aufgegriffen hatten, wurde die Plattform zusätzlich in das Bauprojekt integriert. Die Plattform ist aus vier übereinanderliegenden Steinkreisen angelegt worden und bereits fast fertiggestellt.

Eröffnung des Hubschrauber-Landeplatzes lässt auf sich warten

Im Gegensatz zu der Betriebsstation: Die steht zwar schon im Rohbau, und auch die Gruppenräume für die Rettungssanitäter sind bereits eingerichtet, doch die von Stadtdirektor Guido Kahlen noch vor wenigen Monaten angekündigte Eröffnung des Hubschrauber-Landeplatzes für Mitte April rückt in immer weitere Ferne. Das Betonfundament für Hangar und Landeplatz ist an einer Seite um rund sieben Zentimeter abgerutscht.

Die Kalker Linken sehen sich in ihrer Ablehnung des Projekts bestätigt. „Wir haben immer vor einer Bebauung des Kalkberges gewarnt. Da erlebt man ständig neue Überraschungen“, sagte Heinz Peter Fischer. Bereits Ende März waren aus dem Löschwassertank rund 5000 Liter Wasser ausgelaufen. Dadurch waren Schäden am Estrich und in den Trockenwänden entstanden. Die Haftungsfragen sind noch nicht geklärt. Fischer: „Vielleicht wird man irgendwann feststellen, dass man auf dem Kalkberg zwar ein Restaurant eröffnen und betreiben kann, aber nicht auf Dauer eine Hubschrauber-Station.“

Gutachten für Ursachen-Findung

Um die genaue Ursache für die Baumängel herauszufinden, muss zunächst ein Gutachten erstellt werden. Die städtische Gebäudewirtschaft als Projektleitung hat alle beteiligten Baufirmen und Fachleute aufgefordert, mögliche Ursachen zu prüfen. Zudem soll ein unabhängiger Sachverständiger eingeschaltet werden, heißt es. Auch ein Anwaltsbüro hat die Stadt schon beauftragt. Um die Situation abschließend bewerten zu können, wird das Gebäude derzeit jede Woche neu ausgemessen.

Dadurch verzögert sich das Ende der Bauarbeiten. „Wir wissen zurzeit nicht, wann Hubschrauber und Mannschaften dort einziehen können“, sagte Johannes Feyrer, der Chef der Kölner Berufsfeuerwehr. Bis dahin bleiben die beiden Rettungs-Hubschrauber – so wie bisher – auf dem Flughafen Köln/Bonn stationiert.


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