27.09.2016
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Kündigung: Autonomes Zentrum muss raus

Die ehemaligen KHD-Kantine in der Wiersbergstraße, wo das Autonome Zentrum bisher untergebracht war.

Die ehemaligen KHD-Kantine in der Wiersbergstraße, wo das Autonome Zentrum bisher untergebracht war.

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Michael Bause

Köln -

Die Sparkasse Köln -Bonn hat den Vertrag mit den Betreibern des Autonomen Zentrums in Kalk gekündigt. Das Kreditinstitut beauftragte einen Gerichtsvollzieher, dem „Schraps e.V.“, der 2011 den Nutzungsvertrag für die ehemalige KHD-Kantine unterschrieben hatte, die Kündigung zu übergeben. Mit dem Vertrag war damals aus der Besetzung des Gebäudes eine legale Nutzung als unabhängiges Kulturzentrum geworden. Mit der Einigung zwischen den ehemaligen Besetzern und der Sparkasse war eine Räumung der Kantine durch die Polizei verhindert worden. In dem Autonomen Zentrum werden Kulturveranstaltungen wie Konzerte, Diskussionen und Ausstellungen angeboten.

Das Gebäude in der Wiersbergstraße wurde mittlerweile von der Sparkasse an die Stadt Köln verkauft. Die Europäische Union hatte von der Sparkasse verlangt, sich von zahlreichen Aktivitäten zu trennen, die nicht unmittelbar mit ihrem Geschäftsbereich zu tun hatten. Dazu gehörten auch einige Immobilientöchter.

Pavillons für Schulklassen

Die Stadt will, dass das Gebäude im Zuge einer Neugestaltung des Kalker Südens abgerissen wird. Unter anderem ist die Erweiterung des benachbarten Gymnasiums geplant. Auf der Fläche der KHD-Kantine werden Pavillons für acht bis zwölf Schulklassen aufgebaut, so die Stadt. Später wird hier eine Grünfläche entstehen.

Die Sparkasse geht davon aus, dass die Betreiber des Autonomen Zentrums das Haus bis zum 30. Juni dieses Jahres freiwillig verlassen werden. Das sei ihr zugesichert worden. Die Betreiber haben angekündigt, das nicht zu tun. Sie haben passiven Widerstand angekündigt und fordern von Stadt und Stadtrat ein langfristiges Nutzungsrecht.