27.08.2016
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Merheimer Ortsmitte: Neubau verdrängt Bus und Taxi

Der Kreisverkehr an der Kreuzung Kratzweg/Kieskauler Weg kommt später als erwartet.

Der Kreisverkehr an der Kreuzung Kratzweg/Kieskauler Weg kommt später als erwartet.

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Ramme

Merheim -

"Der Bauantrag ist eingereicht. Im September, spätestens im Oktober fangen wir mit den Arbeiten für das Neubauprojekt zwischen Kieskauler Weg, Driburger Straße und Straßenbahntrasse an", sagt Bernd Streitberger. Der frühere Kölner Stadtentwicklungsdezernent ist nun Geschäftsführer der Gesellschaft Modernes Köln, einem Tochterunternehmen der Sparkasse Köln-Bonn. Auf dem brachliegenden Areal rund um die frühere KVB-Wendeschleife will die Firma sechs Häuser mit insgesamt 80 Wohnungen zwischen 50 und 100 Quadratmeter Größe, einige Läden, eine Tiefgarage sowie eine Kindertagesstätte bauen. Die gesamte Planung waren erst kürzlich von den Kalker Bezirksvertretern abgesegnet worden.

Allerdings glaubten die Politiker da noch, dass auch die Vorarbeiten im Umfeld bis zum Baubeginn erledigt sein würden. Bereits vor zwei Jahren hatte man einstimmig beschlossen, dass noch vor Baubeginn der neuen Gebäude die Kreuzung von Kieskauler Weg und Kratzweg zu einem Kreisverkehr ausgebaut werden solle.

Ämter kooperieren nicht miteinander

Doch daraus wird wohl nichts. "Wir fangen jetzt erst zu planen an", sagt Anne Luise Müller, die Leitern des Stadtplanungsamtes. "Nach der Bauleitplanung ist der nächste Schritt die Detailplanung. Damit sind wir noch nicht so weit. Aber die anderen ja wohl auch noch nicht." Da irrt die Amtsleiterin: "Frau Müller kennt anscheinend unser Tempo nicht", sagt Streitberger. Allerdings weiß auch er nicht, was aus dem geplanten Kreisverkehr wird, an dessen Kosten sich Modernes Köln beteiligen will. "Wir hatten der Stadtverwaltung angeboten, den zu bauen. Aber die wollten das selber machen. Die zeitlichen Probleme sind der Stadt seit langem bekannt."

Das sehen die Merheimer Bezirksvertreter Kerstin Schmedeman (SPD) und Hans Walter Kelz (CDU) ähnlich. "Die Stadtplanung muss sich auch um das Umfeld kümmern, aber da kooperieren die Ämter nicht gut miteinander", sagt Schmedemann. Kelz ist überrascht, dass sich der Bau des Kreisverkehrs verzögern soll. "Ich war einer der Mit-Urheber dieses Kreisverkehrs. Und der war von den Stadtplanern für dieses Jahr zugesagt worden. Es kann nicht sein, dass der Bus monatelang einen großen Bogen durch Merheim fährt. Da bin ich strikt gegen."

Wohin kommt der Taxi-Platz?

Mit Beginn der Bauarbeiten fällt der bisherige Wende- und Halteplatz der Buslinie 158 (Krankenhaus-Bus) weg. Derzeit gibt es weder bei der Stadt, noch bei der KVB konkrete Überlegungen, wo der Bus drehen und der Fahrer seine Ruhezeiten nehmen soll. Ebenfalls unklar ist die Lage des künftigen Taxi-Platzes - auch die Taxen müssen den Neubauten weichen.

Den städtischen Planungen zufolge sollen sie an die Warendorfer Straße verlegt werden. Dort ist ein Halteplatz für bis zu sechs Taxen vorgesehen. "Die Flächen dort sind verkehrstechnisch geeignet", sagt Müller. "Aber die Gestaltung ist noch völlig offen. Das kommt im nächsten Planungsschritt. Das gilt auch für die Bepflanzung."

Allerdings ist der Taxi-Platz nicht mit den Bürgern abgesprochen. "Dafür muss ja sicher die Wiese asphaltiert werden", sagt Anwohnerin Ingelore Sarma. Sie hat in ihrer Nachbarschaft bereits mehr als 60 Unterschriften gesammelt, um die kleine Grünfläche zu erhalten. "Seit die KVB in Merheim den Betriebshof und das Straßenbahndepot nutzt, fahren die Bahnen Tag und Nacht an unseren Wohnungen vorbei", sagt Sarma. "Da schluckt der Grünstreifen mit Rasen, Sträuchern und Bäumen eine Menge der Geräusche. Das soll auch so bleiben."