26.07.2016
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Polizei: Razzia mit sechs Festnahmen in Köln-Kalk

Razzia in kalk 1

Bei der Großrazzia in Kalk wurden sechs Personen festgenommen.

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Hinz

Kalk -

Grelles Licht erhellt die Kreuzung Kalk-Mülheimer-/Kalker Hauptstraße. Am Rand des von mobilen Flutstrahlern ausgeleuchteten Bereichs eilen kleine Gruppen Beamter zu den Eingängen mehrerer Internetcafés, Bars sowie Spielhallen und Wettbüros – im Zentrum von Kalk findet am Mittwochabend gegen 22 Uhr bereits der zweite Teil einer Großrazzia statt.

Unerkannte Zivilpolizisten an den Seitenstraßen enttarnen sich beim Zugriff, sollten Verdächtige aus den betroffenen Lokalen die innerhalb weniger Minuten von den Beamten abgeriegelte Umgebung noch schnell verlassen wollen.

Illegale Personen aufspüren

Es ist bereits die vierte Aktion der Polizei innerhalb weniger Wochen in dem Bezirk, die nach demselben Muster stattfindet. Diese erhöhte Präsenz dient dem Einsatzleiter zufolge der Abschreckung sowie dem Ausheben der Rückzugsräume von Taschendieben, Hehlern und Drogenhändlern.

Auch auf die Vorfälle der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof führt die Polizei als Begründung an. „Kalk war und ist eines der Zentren für das Täter-Klientel, das für uns vorrangig mit diesen Art der Kriminalität in Verbindung gebracht wird“, erläutert der Einsatzleiter. Die Statistik belege in Kalk deutlich mehr Fälle als in anderen Teilen der Stadt. Mitarbeiter der Ausländerbehörde sowie des Zolls beteiligen sich ebenfalls an der Razzia – ihnen bieten sich abgesichert von den Polizisten deutliche bessere Bedingungen, um vermeintlich illegal angestellte und eingereiste Menschen aufzuspüren, als ohne den Schutz durch die Beamten.

Auf Arabisch angesprochen

Vor einem tunesisch-marokkanischen Café teilt sich eine der Polizeieinheiten auf, einige sichern vor der Tür, die anderen gehen rein. Als sie die überraschten Anwesenden auffordern, sich auszuweisen, teilt einer der Männer im Lokal den Beamten in gebrochenem Deutsch mit, dass er sie nicht verstehe.

Razzia Tunesier

Emir Gharbi hilft der Kölner Polizei bei Dialogen auf Arabisch

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Polizist Emir Gharbi spricht den Mann auf Arabisch an: „Das ist kein Problem, Sie können in ihrer Muttersprache mit mir reden – Sie müssen sich identifizieren.“ Gharbi ist Major der tunesischen Polizei und absolviert ein mehrmonatiges Austauschprogramm in Deutschland. Nach Stationen in Berlin und Wiesbaden hat er am Tag der Großrazzia seinen Dienst beim Landeskriminalamt NRW angetreten - und begleitet direkt den Einsatz der Kölner Beamten in Kalk.

Der 38-Jährige ist als Ausbildungsoffizier in der tunesischen Stadt Carthage-Salambo, einem Vorort der Hauptstadt Tunis, unter anderem auf die Verfolgung von Taschendieben spezialisiert. Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte Emir Gharbi am Mittag zuvor offiziell zu seinem dreiwöchigen Aufenthalt in Köln begrüßt.

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