24.08.2016
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Kinderdreigestirn: Der kleine Prinz warnt die Lehrer

Fahnenträgerin Emma (v.l.), Prinzessin Lena , Prinz Sebastian III, und Bauer Jannik begrüßten nach der Proklamation das Publiku

Fahnenträgerin Emma (v.l.), Prinzessin Lena , Prinz Sebastian III, und Bauer Jannik begrüßten nach der Proklamation das Publikum mit „Kölle Alaaf“.

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Esch

Lövenich -

Im Kölner Westen gelten neue Regeln. „Wer glaubt, er braucht nicht mitzumachen, den schicken wir nach Düsseldorf zum Lachen“ und „Lehrer die Kölsch als Fremdsprache sehen, müssen von der Schule gehen“, befahl Prinz Sebastian III. mit lauter Stimme.

Seine Untertanen lauschten im Odemshof – dem Casino – der Karnevalsgesellschaft Lövenicher Neustädter – ergeben den Worten des frisch gekrönten Oberhaupts. Der Dreizehnjährige ist Prinz des Kinderkarnevalsdreigestirns vom „Festkomitee Lövenicher Karneval für den Karneval in Lövenich, Weiden und Junkersdorf“, so der offizielle Name des Trifoliums für den Kölner Westen.

„Kinder an die Macht“

Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker übergab dem Prinzen die Pritsche als Insignium der Macht. Prinzessin Lena Küpper bekam ihren Spiegel, Bauer Jannik Daniel den Dreschflegel und Fahnenträgerin Emma Balbierz ihre große Standarte. Dem zarten Mädchen mit der langen Fahnenstange in der Hand hatte Helga Blömer-Frerker freundlich gesagt: „Nun musst du dem Dreigestirn immer den Weg weisen, wenn ihr auftretet.“ Die lakonische Antwort der Zehnjährigen: „Ja, da kann man jetzt wohl nix mehr dran ändern.“ Die Gäste, die zur Proklamation gekommen waren, mussten herzlich lachen – zumal die strahlenden Augen der Fahnenträgerin verrieten, dass sie mit der neuen Aufgabe mehr als zufrieden ist.

Der Wunsch „Kinder an die Macht“ – den Sangesstar Herbert Grönemeyer im gleichnamigen Song so sehnsüchtig geäußert hat – geht zumindest im Kölner Karneval regelmäßig ein bisschen in Erfüllung. Und das Kinderdreigestirn im Westen ist sogar besonders mächtig. Von Klettenberg bis Widdersdorf erstreckt sich sein Reich, wie Helga Blömer-Frerker erklärte. Somit war es nicht verwunderlich, das unmittelbar nach der Proklamation hoher Besuch den vier Kindern seine Aufwartung machte: Das große Kölner Dreigestirn kam zu Besuch und machte die jungen Kollegen auf einige Gemeinsamkeiten aufmerksam: „Ich bin Prinz Ralf III. und du Sebastian III.“, betonte Ralf Görres an den jungen Prinz gewandt. „Wir beide haben das schwere Ding auf dem Kopf“, rief Bauer Frank Königs dem strahlenden Jannik Daniels entgegen und tippte sich an den riesigen weißen Hut. Auf eine ganz besondere Verbindung mit der Kinder-Prinzessin konnte die Kölner Jungfrau Katharina – mit bürgerlichem Namen Axel Busse – hinweisen: „Wir sind ja alle drei Mitglieder der KG Schnüsse Tring, die diese Session ihr 111jähriges Bestehen feiert, und Prinzessin Lena tanzt in unserem Kindertanzcorps Kammerdiener und Kammerkätzchen“, wusste ihre Lieblichkeit zu berichten. Axel Busse trainiert die Kindertanzgruppe der Schüsse Tring.

Kinder-Chor „Die Ukulelis“

Anschließend tanzten die beiden Jungfrauen Arm in Arm zu Sambarhythmen, während Prinz Ralf III. dem Publikum ein Ständchen sang. Dann erschien eine Kinderschar auf der Bühne, die dieses Jahr erstmalig im Karneval unterwegs ist, aber auch schon eine Ahnung hat, was er für die kölschen Jecken bedeutet. „Einmol Prinz zo sin...“, sang der Kinder-Chor Die Ukulelis mit verträumtem Blick.