27.08.2016
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Kinderpornografie: Angeklagter erhält Bewährungsstrafe

Die Entschuldigung des Angeklagten vor Gericht überzeugte die Richterin nur mäßig. (Symbolbild)

Die Entschuldigung des Angeklagten vor Gericht überzeugte die Richterin nur mäßig. (Symbolbild)

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dpa

Köln -

Thomas S. ist ein unscheinbarer, blasser Mann mit Glatze. Der 56-Jährige sitzt am Mittwoch zum ersten Mal auf einer Anklagebank. Der Vorwurf: Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Polizeibeamte stellten bei einer Hausdurchsuchung Festplatten, Disketten und USB-Sticks sicher, auf denen Thomas S. (Name geändert) mehr als 20 000 Fotos und Videos gespeichert hatte. Auf den Bildern sind vor allem kleine Mädchen zu sehen, die von erwachsenen Männern zu sexuellen Handlungen gezwungen wurden, aber auch fünfjährige Jungs und Säuglinge. In der Wohnung des 56-Jährigen fanden die Beamten mehrere Nachbildungen von kindlichen Körpern und Kinderhänden aus Silikon.

Thomas S. räumte alle Vorwürfe ein, sein Verteidiger schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an, die eine Bewährungsstrafe von acht Monaten forderte. "Es tut mir leid, ich hab Mist gebaut", sagte Thomas S. Eine Entschuldigung, die die Richterin nur mäßig überzeugte. "Das ist kein kleiner Fehler", sagte sie.

Vielzahl an Fotos

Wegen der Vielzahl der Fotos und der brutalen Missbrauchspraktiken, die darauf zu sehen sind, ging die Richterin über das geforderte Strafmaß hinaus. Sie verurteilte Thomas S. zu neun Monaten Haft und setzte die Strafe zur Bewährung aus. "Sollte in den kommenden drei Jahren noch irgendetwas in dieser Richtung vorfallen, wird die Bewährung widerrufen", sagte sie und legte ihm nahe, sich in ärztliche Behandlung zu begeben. (hsr)