28.09.2016
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Klangprobe Faton Lahaj: Singen in kantiger Fremdsprache

Faton Lahaj tritt unter dem Namen „Dunkles Licht“ auf.

Faton Lahaj tritt unter dem Namen Dunkles Licht“ auf.

Foto:

Jörn Neumann

Köln -

Der in Köln lebende Musiker Faton Lahaj kam 1997 als Flüchtling vor dem Jugoslawien-Krieg nach Deutschland. Mittlerweile tritt er als Singer/Songwriter unter dem Künstlernamen "Dunkles Licht" alleine mit seiner Akustik-Gitarre auf und hat sich vor einem Jahr als Musiker selbstständig gemacht.

Obwohl Deutsch nicht die Muttersprache des im Kosovo geborenen Singer/Songwriters Faton Lahaj ist, verfasst er hauptsächlich deutsche Texte zu seinen selbst geschriebenen Liedern. Ihm ist es wichtig, dass die Menschen, für die er spielt, seine Aussagen und Gefühle verstehen können. Außerdem mag er die Herausforderung, deutschsprachige Texte rund und gefühlvoll klingen zu lassen: "Es ist schön, so eine kantige Sprache in die Musik zu bringen und mit ihr zu spielen." Aus diesem Grund wählt Lahaj die Worte für seine Lieder häufig ganz bewusst nach ihrem Klang aus und betont Silben auf seine ganz eigene Art. Vokale zieht er an den richtigen Stellen in die Länge, und immer wieder lässt er Silben oder ganze Wörter miteinander verschmelzen. So singt er etwa: "Es wird noch lange dauern, die Wunden zu heilen, die ich mir auf diesem Weg zugefügt habe. Werde ich blind vor Sorgen, bitte öffne mir die Augen. Denn ich würde so gerne wieder sehen."

Gewollt eigener Sound

In Verbindung mit den rockig-melancholischen Rhythmen und Melodien entstehen ganz persönliche Songs. Der eigene Sound ist gewollt: "Was mich an Musik am meisten inspiriert, ist, dass du du sein kannst. Du versuchst nicht, jemanden nachzuspielen, sondern das, was du machst, bist wirklich 100 Prozent du selbst."

Die musikalischen Wurzeln von Faton Lahaj, der seit mehr als 20 Jahren Musik macht, liegen im Rock und Metal der 1990er Jahre. Begonnen hat er bereits in seiner kosovarischen Heimatstadt Pristina, damals als Bassist in verschiedenen Formationen. "Mit der Akustik-Gitarre kann ich noch ein größeres Spektrum an Tönen hervorzaubern als bei einem Bass." Wobei der Autodidakt zugibt, dass an seiner Gitarren-Technik zu erkennen ist, dass der Bass sein erstes Instrument war: "Ich spiele die Gitarre fast wie einen Bass."

Faton Lahaj hält sich mit Konzerten und Aushilfsjobs über Wasser. Das ist nicht immer leicht, aber die Leidenschaft für die Kunst und die Freude, die er durch seine Musik erfährt, gleichen die Mühen und Unsicherheiten aus. Auch wenn das bedeutet, dass er Musikmachen wie einen Job sehen muss.