25.07.2016
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Klangprobe feat. Chronic: Eine Band aus Freunden

Rau und pur: Michael Wittwer (v.l.), Wolfgang Meierhoff, Alex Fischer und Bernie Beginn sind Chronic.

Rau und pur: Michael Wittwer (v.l.), Wolfgang Meierhoff, Alex Fischer und Bernie Beginn sind Chronic.

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Martina Goyert

Köln -

Eine Band muss nicht aus guten Freunden bestehen, aber sie kann. Als sich die Metal-Formation Chronic (zu Deutsch chronisch) 2007 gründete, war es sogar „der Grundgedanke, eine Band aus Freunden aufzubauen“, sagt Gitarrist Wolfgang Meierhoff. „Uns zeichnet aus, dass wir auch neben Auftritten und Proben viel zusammen machen – das ist mir unglaublich wichtig.“ Und zwar vor allem deshalb, weil die Band für ihn und die anderen Mitglieder Lebensinhalt und nicht nur Hobby sei. „Wir gehen sehr vertraut miteinander um, das wirkt sich auch auf unsere Zusammenarbeit aus, weil wir uns blind verstehen“, fügt Bassist Bernie Beginn hinzu. „Wir streiten uns auch erstaunlich wenig. Und wenn, dann hat es etwas Familiäres. Keiner von uns ist nachtragend.“ Gemeinsam auch privat etwas zu unternehmen, das ist nicht für jede Band selbstverständlich. Manchen Musikern reicht, es wenn sie sich nur im Proberaum begegnen.

Aber Meierhoff und Sänger Michael Wittwer kennen sich bereits seit dem zwölften Lebensjahr. Bassist Bernie Beginn und Schlagzeuger Alex Fischer wurden – nach ein paar Besetzungswechseln – 2011 in den lautstark musizierenden Freundeskreis aufgenommen. Jetzt haben Chronic ihr erstes professionell produziertes Mini-Album eingespielt. „Hove one“ bietet vier Stücke, aufgenommen im Hennefer Big Easy Studio von Produzent Michael „Freio“ Haas. Wer auf abgespeckten und rau inszenierten Metal steht – die Band nennt ihren Sound „Rough ’n’ Pure Cologne Metal“ – der wird an den kraftvoll zelebrierten Stücken seine Freude haben. Das furios donnernde, mit knackigen Gitarrenriffs veredelte „Virus“ etwa kommt daher wie von einer dunklen Macht besessen. „Mirror“ indes ist ein wunderbares Wechselbad aus melancholischen Gesangsharmonien und druckvoller Härte.

Von Metallica über Judas Pries bis Motörhead

Auf überbordende Gitarrensoli verzichten Chronic in ihren kompakt groovenden Songs. Die Einflüsse reichen von britischem Heavy Metal der Marke Judas Priest bis hin zum Thrash-Metal der frühen Metallica. Auch Formationen wie die britischen Hochgeschwindigkeits-Rocker Motörhead haben ihre Spuren hinterlassen. Aus den unterschiedlichen Einflüssen kochen Chronic ein eigenständiges und durchweg schmackhaftes Süppchen. Die zumeist persönlichen Songtexte werden ebenfalls von allen Bandmitgliedern geliefert, der von „Virus“ etwa kommt von Frontmann Wittwer: „You can run but you can’t hide. Your Suffering is your Alibi (Du kannst rennen, verstecken kannst du dich nicht. Dein Leid ist dein Alibi)“, singt er da.

Hinter der Band steht die „Chronic Army“. Das sind die Fans, die sich zusammengeschlossen haben, um für ihre Favoriten die Werbetrommel zu rühren und sich ums Merchandising zu kümmern. Wittwer: „Das sind Leute, die zu Konzerten kamen, ohne uns zu kennen, und die danach zu Freunden geworden sind.“ So wächst er, der Freundeskreis um Chronic, die mit „Hove one“ sicherlich noch eine Menge neuer Fans gewinnen.