25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Klangprobe: Indie-Rock, den auch Oma mag
13. December 2012
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Klangprobe: Indie-Rock, den auch Oma mag

I'm With Kubrick: Frederik Löwer (v.l.), Sebastian Löwer, Christoph Grimm und Andreas Trocha.

I'm With Kubrick: Frederik Löwer (v.l.), Sebastian Löwer, Christoph Grimm und Andreas Trocha.

Foto:

Leinweber

Köln -

Eingängige Popmusik und krachender Indie Rock in Schräglage schließen sich nicht aus, manchmal gehen sie sogar eine berauschende Verbindung ein. Wie die klingen kann, zeigt die Kölner Band I'm With Kubrick mit ihrem Mitte dieses Jahres erschienenen Debütalbum "Mute City": Überschwängliche Melodien bieten hier tapfer feisten Gitarrenattacken die Stirn,

Pop-Sensibilität trifft auf eine druckvoll zischende Rhythmusfraktion, Ohrwurmqualität auf Aggression. Sänger und Gitarrist Christoph Grimm macht aus seiner Faszination für kommerziell ertragreiche Musik kein Geheimnis: "Ich habe großen Respekt davor, wie Pop gemacht wird und was Leute wie der schwedische Produzent Max Martin leisten, der bereits für Britney Spears und die Backstreet Boys Hits komponiert hat", sagt er. "Ich will zwar selbst keine allzu kommerzielle Musik machen, aber ein Maßstab für mich ist: Wenn der Song meiner Oma gefällt, dann ist er wirklich gut."

2011 gründete sich das Quartett, die Musiker selbst experimentierten bereits zuvor in verschiedenen Konstellationen mit diversen Genres: "Wir kommen alle aus unterschiedlichen Richtungen, von College Rock über Indie Rock bis Punk", so Bassist Frederik Löwer. "Bei I'm With Kubrick kommen diese Einflüsse hörbar zusammen."

In der wuchtig inszenierten Hymne "Lift Me Up" etwa hat die US-amerikanische Power Pop Formation Weezer deutliche Spuren hinterlassen, das mit knackigen Bläsersätzen angereicherte "Summer" erinnert an die musikalischen Großtaten der schwedischen Soul-Ska-Punk Combo Monster.

Eigener intensiver Sound

Trotz aller Vergleiche haben I'm With Kubrick ihren eigenen Sound, den der Vierer mit stürmischer Intensität zelebriert. Ausgearbeitet werden die von allen Mitgliedern beigesteuerten Songideen im Proberaum, wichtig sei hierbei "dass die Stücke kompakt sind, auf den Punkt".

Ebenfalls in der Gemeinschaft entstehen die Texte, mit denen die Band keine "wichtigen Botschaften, sondern Gefühle" transportieren will.

"I'm fed up with this so called life, stuck in the city, blinded by the lights" (Ich habe dieses so genannte Leben satt, stecke fest in der Stadt, geblendet vom Licht), heißt es in "Idaho", einem Song über das Fernweh. Christoph Grimm: "Wir wollen nicht den Zeigefinger erheben und auch keine krasse Weltanschauung vertreten. Wir sind Vorstadtkinder, stammen aus wohlhabenden Kreisen, warum sollen wir uns ein Image geben, das nicht zu uns passt?" Auf Welt verbessernde Texte können I'm With Kubrick auch getrost verzichten - ihre Musik macht den Planeten schon wieder ein bisschen besser.