24.07.2016
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Archäologische Zone in Köln: Landesregierung verdoppelt Zuschüsse

Rathausvorplatz mit Zelt und Fassadenmuster: Ungefähr in der Bildmitte wird die Außenwand des Museumsbaus stehen.

Rathausvorplatz mit Zelt und Fassadenmuster: Ungefähr in der Bildmitte wird die Außenwand des Museumsbaus stehen.

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stefan worring

Köln -

Die rot-grüne Landesregierung will ihren Zuschuss für die Archäologische Zone und das Jüdische Museum mehr als verdoppeln. Darüber informierte Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) am Dienstag den Stadtrat, der sich ein weiteres Mal mit dem geplanten Museumsbau auf dem Platz vor dem Rathaus befasste. Roters zufolge wird sich die Finanzspritze aus Düsseldorf von 14,3 Millionen Euro auf 32,7 Millionen Euro erhöhen. „Ich bin rundum glücklich“, sagte der Oberbürgermeister und dankte dem Land für die „bedeutende Unterstützung unseres Vorhabens“.

Die archäologischen Funde seien ein „deutschlandweit einzigartiges kulturelles Erbe von internationalem Rang“, sagte Bauminister Michael Groschek dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Kostensteigerungen seien bei derartigen Grabungsarbeiten manchmal nicht zu vermeiden. „Wir wollten bei der Archäologischen Zone nicht auf halbem Wege stehen bleiben. Daher ist es gut, dass wir diese Lösung gefunden haben.“

Kosten für die Stadt Köln sinken

Wie viel Steuergeld der unterirdische Rundgang durch die 2000-jährige Geschichte Kölns sowie der darüber geplante Museumsbau kosten werden, lasse sich noch nicht genau beziffern, heißt es im Rathaus. Es gilt jedenfalls als sicher, dass die in einem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2011 genannte Summe von 51,7 Millionen Euro nicht ausreichen wird. Die Rede ist von einer Kostensteigerung in einem Umfang von fünf Millionen Euro und mehr.

Ursprünglich war der städtische Anteil auf 37,5 Millionen Euro festgelegt worden. SPD-Fraktionschef Martin Börschel geht davon aus, dass die Stadt aufgrund der zusätzlichen Zuweisung des Landes weniger als 30 Millionen Euro zahlen muss. Das Architekturbüro Wandel Hofer Lorch hatte seinen preisgekrönten Entwurf mehrfach überarbeitet. Die Planer verkleinerten den Gebäudekörper und das Grabungsfeld. Sie verlegten zudem den Eingang vom Alter Markt auf den Rathausvorplatz, auf dem auch das Wallraf-Richartz-Museum seine Pforte hat. Das Land habe die Änderungen als eine Verbesserung bewertet, sagte Börschel – und nicht zuletzt deshalb seinen Zuschuss erhöht. „Damit ist nach den Umplanungen des Museumskomplexes erneut ein wichtiger Schritt zur Realisierung dieses einmaligen Projekts getan“, sagte Brigitta von Bülow, die kulturpolitische Sprecherin der Grünen.

Der Bau des Museums wird im Stadtrat von der SPD, den Grünen, der FPD und der Linken unterstützt. CDU und Freie Wähler lehnen die derzeitige Planung ab. Sie unterstützen ein Bürgerbegehren, dass sich für eine „weniger massive“ Lösung einsetzt. Börschel betonte dagegen, dass eine kleinere Variante den Wegfall aller Landeszuschüsse bedeuten würde. Dann müsste die Stadt mehr als 30 Millionen Euro ausgeben – für eine Archäologische Zone, die bei weitem nicht mehr so attraktiv wäre.

Im Stadtrat versuchten CDU und Freie Wähler noch einmal, das Projekt zu stoppen. Bis Ende 2014 solle es ein Moratorium geben, um die Argumente des Bürgerbegehrens für „eine behutsame, maßvolle Lösung, die den Rathausvorplatz erhält“, in die weiteren Planungen einfließen zu lassen. Es ging noch einmal hoch her im Ratssaal: SPD, Grüne und FDP kritisierten die CDU-Position, die sich von Woche zu Woche wandele und nicht akzeptieren könne, dass es eine breite Mehrheit für die Archäologische Zone und das jüdische Museum gebe. Der Moratoriiums-Antrag wurde mit breiter Mehrheit abgelehnt.