26.07.2016
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Gewaltsame Übergriffe in der Silvesternacht: Touristen sagen Reisen nach Köln ab

Polizeikontrollen vor dem Kölner Hauptbahnhof.

Polizeikontrollen vor dem Kölner Hauptbahnhof.

Foto:

Thomas Banneyer

Köln -

Die Welt schaut auf Köln seit den Vorfällen am Hauptbahnhof. Die Washington Post berichtete ebenso über die Übergriffe in der Silvesternacht wie die englische BBC und Fernsehsender aus Tokio.

Viele Touristen, die eine Reise an den Rhein planen, stellen sich die Frage: Ist Köln noch sicher? Das Image Kölns habe einen Knacks erlitten, sagt Josef Sommer, Geschäftsführer von Köln-Tourismus. Mails und Anrufe besorgter Touristen und Reiseveranstalter erreichen die 100-prozentige Tochter der Stadt, zuständig für eine möglichst positive Außen-Darstellung, derzeit reichlich. Auch Hotel-Stornierungen würden immer wieder angedroht, sagt Sommer.

Die Werbung für Köln ist derzeit ein Geschäft unter verschärften Bedingungen. Der Tourismus-Chef spricht von einer Gratwanderung. „Einerseits können wir als Tourismusorganisation nicht garantieren, dass so etwas nie wieder passiert, andererseits geht es uns darum, die Gäste zu beruhigen.“

Dass es ein langfristiger Schaden ist, den Köln zu verkraften hat, glaubt der Tourismus-Chef nicht: „Wir bauen darauf, dass die Behörden alles unternehmen, dass sich so etwas nicht wiederholt.“

Touristen verlieren Vertrauen

Bei manchen Touristen ist dieses Vertrauen bereits abhanden gekommen. Eine Gruppe aus dem Erzgebirge kündigte der Stadt am Mittwoch an, ihre geplante Sommerreise nach Köln abzusagen. „Sie werden verstehen, dass wir Leib und Leben nicht unter diesen Umständen auf das Spiel setzen.“

Christoph Becker, Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes Köln mit derzeit 1500 Mitgliedsbetrieben, berichtet von einer großen Unsicherheit. Nicht nur Privattouristen, auch Geschäftsreisende hinterfragten die Sicherheitslage in der Stadt.

Kölns Kleinkriminalität sei schon immer ein Thema gewesen, nach der Silvesternacht „wird das Negativ-Image potenziert“. Becker befürchtet, dass sich auch so mancher Karnevalsfan in diesem Jahr das Schunkeln im Schatten des Doms verkneift. Die schnelle Reaktion von Oberbürgermeisterin Henriette Reker sei zwar positiv, „aber kurz- bis mittelfristig ist Köln negativ besetzt“.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt: Warum bei Kölner Unternehmerschaft Besorgnis herrscht.

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