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Kommentar: Freie Fahrt durch Einbahnstraßen

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Nicht ungefährlich für Radfahrer ist auch die Zülpicher Straße. Foto: Stefan Worring
Große Umbaumaßnahmen von gefährlichen Kreuzungen oder die Verlegung von Radwegen dauern ewig. Eine Maßnahme mit weitreichenden Wirkungen lässt sich jedoch schnell umsetzen: die Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer.  Von
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Wer wirklich etwas ändern will, muss auch mal ein deutliches Zeichen setzen. Den vielen Worten und Versprechungen der vergangenen Jahre sind kaum Taten gefolgt. Große Umbaumaßnahmen von gefährlichen Kreuzungen oder die Verlegung von Radwegen dauern ewig. Eine Maßnahme mit weitreichenden Wirkungen lässt sich jedoch schnell umsetzen: Gebt die Einbahnstraßen für Radfahrer frei! Und zwar alle!

Was zurzeit in der Stadt gilt, hat keinen Sinn und zeugt nicht von Verstand. Die unterschiedlichen Regelungen verwirren Radfahrer wie Autofahrer gleichermaßen. In engsten Straßen müssen Autofahrer damit rechnen, dass ihnen ganz legal Radler entgegenkommen. Manch breite Verbindung mit viel Platz ist dagegen nicht für den Gegenverkehr freigegeben. Nur wer gegen Regeln verstößt, kommt hier ohne Umwege ans Ziel. Das weiß auch die Polizei, die nicht viel tun muss, um viel Geld einzunehmen. Radler-Vereine haben der Polizei vorgeworfen, nur auf Repressionen zu setzen, ohne dass sich tatsächlich etwas zugunsten des Radverkehrs ändert. Wer nachvollziehen möchte, warum die Interessenvertreter aus dem Arbeitskreis mit der Polizei ausgestiegen sind, dem sei empfohlen, die Arbeit der Ordnungshüter entlang des Rings zu beobachten.

Helmut Frangenberg
Helmut Frangenberg
Foto: Christoph Hennes

20 Meter ist zum Beispiel die Gladbacher Straße zwischen Ring und Grüngürtel breit, drei Spuren für den Autoverkehr, kein Zentimeter Radweg, dazu das Verbot, die Verbindung als Radfahrer stadtauswärts nutzen zu dürfen, weil sie eine nicht freigegebene Einbahnstraße ist. An solchen zentralen Punkten kann man besichtigen, zu wessen Gunsten in Köln die begrenzten Verkehrsflächen verteilt werden und zu wessen Ungunsten die damit verbundenen Regelungen kontrolliert werden. Radfahrer sind nicht nur hier schlicht unerwünscht.

Die Öffnung aller Einbahnstraßen wäre ein Schrittchen, um die ungleiche Flächenverteilung zu korrigieren. Das Miteinander der Verkehrsteilnehmer würde genau wie dort, wo Schutzstreifen für Radfahrer auf die Fahrbahnen gemalt wurden, rücksichts- und maßvoller, weil sich Autos und Radfahrer die Flächen teilen müssten. Vor allem würde jedoch die Attraktivität des Fahrradfahrens gesteigert, weil direkte Verbindungen ohne lange Umwege möglich würden.

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