28.07.2016
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Kommentar zum WLAN in der KVB: Zumindest als Pilotprojekt

W-Lan an öffentlichen Orten ist im Ausland immer mehr Standard.

W-Lan an öffentlichen Orten ist im Ausland immer mehr Standard.

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dpa-tmn

Köln -

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) gehen gerne ihren ganz eigenen Weg – und die Belange der Kunden spielen dabei manchmal eine eher untergeordnete Rolle. Das zeigte sich bereits bei der Auswahl eines neuen Automatenmodells, das ohne Banknoten-Annahme bestellt wurde. So werden mehr als 800 Geräte ausgetauscht, es wird aber nach wie vor nicht möglich sein, eine Fahrkarte mit einem Geldschein zu bezahlen, obwohl das weltweit Standard ist.

Hamburg hat die Nase vorn

Ebenso verhält es sich mit der Abneigung der KVB gegenüber einem kostenlosen WLAN-Funknetz in den Bussen und Bahnen. Eine Umrüstung der Flotte kostet viel Geld, da haben die KVB-Verantwortlichen recht. Doch muss das wirklich heißen, dass ein solches Angebot gleich ganz vom Tisch gefegt wird? Man könnte die Technik auch nach und nach einbauen – oder erst einmal mit einem Pilotprojekt starten, wie es die Hamburger Kollegen jetzt vormachen.

Die dortige Hochbahn betrachtet es als Service am Kunden und als zeitgemäße Entscheidung, den Fahrgästen einen kostenlosen Internetzugang anzubieten. Darüber hinaus würde das System grundsätzlich die Möglichkeit bieten, das Nutzungsverhalten der Kunden besser nachvollziehen zu können, indem die gesammelten Daten anonym ausgewertet werden. Dann könnte die KVB auch prüfen, ob ihre mindestens fragwürdige These, dass die Fahrgäste die Busse und Bahnen im Durchschnitt ohnehin nur wenige Minuten benutzen, tatsächlich haltbar ist. So wirkt es eher wie eine Ausrede, um die lästige Diskussion um ein kostenloses WLAN-Angebot schnellstmöglich wieder loszuwerden.


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