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Konzert in Köln: Bon Jovi in gigantomanischer Kulisse

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Kaum zu sehen vor der riesenhaften Bühnenkonstruktion: Jon Bon Jovi bei seinem Konzert im Kölner Rhein-Energie-Stadion. Foto: Stefan Worring
Glam-Rocker Jon Bon Jovi entfachte in Köln vor 40.000 Zuschauern ein Feuerwerk an Regen-, Feuerwerks-, Kerzen-, Stern- und Comiceffekten. Und lieferte trotz der gigantomanischen Bühne und seines Zahnpasta-Lächelns eine authentische Show ab.  Von 
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Sofia zum Leben zu erwecken hat drei Tage gedauert. Drei Tage und ein 250 Menschen umfassendes Tour-Team, welches vor Ort von weiteren 100 Köpfen – und 900 Tassen Kaffee pro Tag – unterstützt wurde.
Sofia, das ist die aufwendige Bühne von Glam-Rocker Jon Bon Jovi, der am Samstagabend im Rhein-Energie Stadion Köln zu Gast war und in einem über zweistündigen Konzert seiner „Because we can“-Tour sein neues Album vorgestellte. Und auch wenn der Gedanke nah liegt, dass da wohl jemand ganz schön größenwahnsinnig geworden sein muss, wenn er schon seiner Bühne einen Namen verleiht – wer dieses Stück moderner Videokunst in Aktion erlebt hat, wird die liebevolle Personifizierung vermutlich zumindest ein bisschen verstehen können.

Im Mittelpunkt steht das Modell der Front eines überdimensionalen 1959 Buick Electra 225, in dem LED-Leinwände mit insgesamt 600.000 LED-Lichtern versteckt sind: Im Kühlergrill, in den Scheinwerfern, um das Auto herum. Eigentlich ist die ganze Bühne eine riesige LED-Leinwand, die die Musiker davor geradezu lächerlich klein wirken lässt und sich konsequent an die Grenzen dessen heranwagt, was das menschliche Auge an Lichteffekten verarbeiten kann.

Meist mit gestochen scharfen HD-Aufnahmen der einzelnen Musiker, zur Abwechslung aber auch gerne mal mit Regen-, Feuerwerks-, Kerzen-, Stern- oder Comiceffekten – nach 1.900 Stunden Produktionsarbeit ist es ein Kunstwerk, das filmisch durcharrangiert ist bis zum letzten Gitarrenakkord.  

Wer nun deshalb aber eine dieser typisch kantenlosen Ami-Bands vorzufinden fürchtet, die 90 Minuten gelangweiltes Pflichtprogramm mit viel Drumherum und wenig „Drin“ abliefern, wird gehörig eines Besseren belehrt: Bon Jovi ist anders, und das merkt auch das Publikum.

Christina Stürmer als Vorband

Vom ersten Song an nimmt der Sänger die Zuschauer – Altersgruppe fünf bis 85 – im Stadion bis in die letzte Reihe des Oberrangs mit, lässt sie singen, tanzen, die Arme in die Luft reißen. Das klappt bei neuen Songs wie der Single-Auskopplung „Because we can“ und der von vielen begeistert erwarteten Ballade „Amen“ genauso gut wie bei Klassikern von „Living on a Prayer“ bis „It’s my life“. Von letzteren hat die Band allerdings sehr viel mehr zu bieten, als sie an diesem Samstag im Gepäck hat – auf große Hits wie „Bed of Roses“ und „Always“ mussten die Fans verzichten.

Das Meer an winkenden Armen, welches die fast 40.000 Menschen im Stadion der Bühne entgegen strecken, zeigt dennoch deutlich: Das Konzept „Bon Jovi“ funktioniert. Das Geheimrezept ist so simpel wie es in der musikalischen Liga, in der die Band spielt, auch selten ist: Jon Bon Jovi ist authentisch. Und wenn er in seiner Sternenbanner-Lederjacke und mit seinem immerwährenden Sunnyboy-Zahnpasta-Lächeln auch noch so sehr nach einem Abziehbild des Klischee-Amerikaners aussieht, er hat einfach nicht einen Moment lang etwas Unechtes an sich, wenn er über die Bühne tobt: Weder im Duett mit Christina Stürmer, die mit ihrer Band das Publikum bereits als Vorband aufgewärmt hat, noch im Deutschlandtrikot zum 30. Bandgeburtstag, das ihm ein Fan auf die Bühne geworfen hat und das er direkt einmal ausprobieren muss.

Und das ist auch der Grund, warum das Konzert nach zahlreichen Zugaben – die Setliste verrät: mehr, als eigentlich geplant waren – im in der Dunkelheit noch beeindruckenderen, bunten Schluss-Funkeln von Sofia als voll-unterhaltsamer Wohlfühlabend zu Ende geht.

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