24.07.2016
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Korruptionsfall: AWB erhalten Schadensersatz

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Alexander Schwaiger

Köln -

Im Korruptionsfall mit mutmaßlich fingierten Rechnungen unter anderem an die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB) ist das erste Gerichtsurteil gefallen. Ein Zivilrichter hat den AWB am Montag Schadensersatz zugesprochen. Drei Verantwortliche der beschuldigten Zulieferfirma müssen demnach 323 000 Euro an die AWB zurückzahlen. Die Summe könnte noch steigen, denn die Ermittlungen sind noch nicht beendet. „Die Kammer geht davon aus, dass Scheinrechnungen bedient wurden“, sagte ein Gerichtssprecher.

Die Kölner Zulieferfirma soll jahrelang Rechnungen über Ersatzteile – vor allem Hydraulikschläuche für Müllfahrzeuge und Kehrmaschinen – gestellt haben, die tatsächlich nicht oder nicht im angegebenen Umfang geliefert wurden. Vier eingeweihte Mitarbeiter der AWB-eigenen Werkstatt sollen die Rechnungen abgezeichnet haben. Im Gegenzug erhielten sie angeblich Belohnungen wie Fernseher, Spielekonsolen und Gartenmöbel.
Ähnlich soll die beschuldigte Zulieferfirma mit Mitarbeitern von sieben weiteren Unternehmen in der Kölner Region verfahren sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit zwei Jahren, ein Ende ist noch nicht absehbar. (ts)