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Korruptionsprozess: Ex-Fordler müssen ins Gefängnis

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Vor dem Kölner Amtsgericht ist ein teurer Streit über einen Brillen-Rabatt ohne Urteil ausgegangen. (Symbolbild) Foto: Archiv
Jahrelang haben drei Ford-Mitarbeiter ihr Unternehmen mittels fingierter Rechnungen und Scheinleistungen mithilfe von Subunternehmern betrogen. Zwei von ihnen müssen jetzt in Haft.  Von
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Mit deutlichen Strafen ist der Korruptionsprozess gegen drei ehemalige Ford-Mitarbeiter und einen Unternehmer aus Saarbrücken zu Ende gegangen: Die beiden Hauptbeschuldigten müssen drei Jahre ins Gefängnis.

Der dritte Ex-Angestellte des Autobauers bekam ein Jahr auf Bewährung. Auch der Chef einer Saarbrücker Zuliefererfirma wurde von der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Saarbrücken zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Alle zahlen zudem sechsstellige Summen an Ford, als Bewährungsauflagen oder an die Landeskasse. Die beiden Hauptbeschuldigten hatten sich bereits vor dem Urteil mit Ford auf die Zahlung hoher Summen geeinigt.

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In einem Fall sind 800 000, im anderen 650 000 Euro zu zahlen. Der Versuch von Ford, auch den Unternehmer stärker zur Kasse zu bitten – er hat bereits mehr als 600 000 Euro zurückgeben müssen – scheiterte vorerst. Das Geld wird sich Ford gegebenenfalls über ein Zivilverfahren holen müssen.

Kriminelles Abrechnungssystem

Die ehemaligen Ford-Mitarbeiter hatten in einer Kölner Stabsstelle über Jahre ein kriminelles System etabliert. Bei Um- und Neubauten an Ford-Standorten sollen Unternehmen beauftragt worden sein, überhöhte Rechnungen zum Teil sogar für erfundene Leistungen auszustellen. Über ein Geflecht von Briefkastenfirmen und ein geheimes Konto soll das Geld an die kriminellen Ford-Leute zurückgeflossen sein.

Nach einer Steuerprüfung bei dem Saarbrücker Unternehmen waren Ungereimtheiten deutlich geworden, daraufhin packte der Mann im Herbst 2010 aus und verriet das Kölner Bestechungssystem zum Schaden Fords. Er gab an, dass er mehr oder weniger gezwungen worden war mitzumachen. Ansonsten hätte er keine Aufträge mehr bekommen.

600 000 Euro in Schließfach gefunden

Der Betrugsfall zog weitere Kreise: Im Dezember 2010 wurden Räume bei Ford und 30 Wohnungen von Beschuldigten durchsucht. Von mehreren Millionen Euro an Schaden war die Rede. Die Beschuldigten hätten falsche Rechnungen für Leistungen in ganz Europa genehmigt und sich hinterher den „Gewinn“ ganz oder teilweise zurückgeben lassen. Ford bemüht sich seitdem, möglichst viel von dem ergaunerten Geld zurückzubekommen.

Ex-Ford-Mitarbeiter etablierten in einer Kölner Stabsstelle ein kriminelles System.
Ex-Ford-Mitarbeiter etablierten in einer Kölner Stabsstelle ein kriminelles System.
Foto: Archiv

Bei dem jetzt verurteilten Saarbrücker Stahlbauunternehmer sollen schon bei seiner Verhaftung 600 000 Euro in einem Schließfach gefunden worden sein, die gleich an Ford weitergegeben werden konnten. Im Zuge der Ermittlungen war auch Kritik an den mangelnden Kontrollen im Unternehmen laut geworden.

Ford hatte dies zurückgewiesen. Ein damals ebenfalls festgenommener vierter Ford-Mitarbeiter wartet noch auf sein Urteil. Sein Verfahren wurde abgetrennt.

Im September waren alle Beteiligten über den Strafrahmen informiert worden. In Saarbrücken rechnet man deshalb damit, dass die Beschuldigten die Urteile akzeptieren. Rechtsanwalt Markus Loskamp kündigte dies für seinen Mandanten an, der die Bewährungsstrafe bekommen hat. Die anderen Verurteilten haben noch Zeit, über eine mögliche Berufung nachzudenken. Dann müsste der Bundesgerichtshof entscheiden.

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