28.09.2016
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KVB-Chef Jürgen Fenske: „Personal-Engpässe sind beseitigt“

KVB

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ksta

Köln -

Die personellen Engpässe bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB), die Mitte Oktober zu zahlreichen Bahnausfällen und sogar zur zeitweisen Einstellung des Bahnbetriebs auf der Stadtbahn-Linie 5 geführt haben, sind nach den Worten von KVB-Chef Jürgen Fenske beseitigt.

Es seien damals eine ganze Reihe von Faktoren gewesen, die den akuten Fahrermangel verursacht hätten: etwa der zusätzliche Fahrerbedarf wegen der Trennung der Linie 5, wegen der Bauarbeiten auf der Linie 1 im Rechtsrheinischen sowie den zusätzlichen Zügen auf der Linie 1 wegen der Sperrung des S-Bahn-Abschnitts zwischen Müngersdorf/Technologiepark und Hansaring. Dieser Mehrbedarf hätte laut Fenske durch die Fahrer-Reserve aufgefangen werden können – nicht aber die Krankmeldung von 27 Kollegen an einem Tag.

Inzwischen seien die oben genannten Bauarbeiten abgeschlossen, die Maßnahmen, die für das nächste Jahr geplant seien, sollen möglichst so entzerrt werden, dass Engpässe wie in den vergangenen Wochen vermieden werden. Grundsätzlich habe das Unternehmen keine Probleme, Bahnfahrer-Nachwuchs zu rekrutieren. Seit 2010 seien insgesamt 116 neue Fahrer in den Dienst übernommen worden, davon seien allerdings nur 22 dauerhaft als Fahrer übrig geblieben, so KVB-Pressesprecher Franz Wolf Ramien.

Viele Kollegen seien im Laufe der Zeit in andere Abteilungen des Hauses gewechselt. Ende dieses Monats beenden zehn Fahrschüler ihre Ausbildung, bis zum Sommer weitere 35. Wobei Fenske darauf hinweist, dass gleichzeitig auch Kollegen in Ruhestand gingen oder den Arbeitsplatz wechselten.

Dass auch KVB-Bahnfahrer über steigenden Druck und insgesamt schlechtere Arbeitsbedingungen klagen, ist Fenske bekannt. „Die Arbeit im öffentlichen Nahverkehr ist vor dem Hintergrund des allgemeinen Kostendrucks bundesweit nicht einfacher geworden“, sagt er. Die KVB habe allerdings eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um „die Erschwernisse für die Mitarbeiter abzufedern“. Etwa dadurch, dass die Zahl der „geteilten Dienste“ – etwa ein Einsatz von 6 bis 10 Uhr und dann wieder am Nachmittag – so gering wie möglich gehalten werde. Oder durch den Einsatz von „Fahrerbetreuern“, die sich an Endhaltestellen zu den Fahrern gesellten, um ihnen die Möglichkeit zum Gespräch zu bieten. „Denn die Fahrer sind sonst den ganzen Tag über allein“, sagt Fenske.