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Lea-Sofie-Prozess: Morddrohung gegen den Angeklagten

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Trauer um Lea-Sofie nach der Tragödie in Köln-Chorweiler. Foto: dpa
Oliver V., dem Ziehvater von Lea-Sofie, droht ein Verfahren wegen versuchten Totschlags. Bei der Urteilsverkündung ging er auf Patrick L. los, der die Zweijährige tödlich verletzt hatte. Auch bei Facebook drohten einige dem Angeklagten mit Mord.  Von
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Emotionaler Ausbruch mit Folgen: Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des versuchten Totschlags gegen Oliver V. eingeleitet. Der 33-Jährige hatte am letzten Tag des Verfahrens um den Tod der zweijährigen Lea-Sofie versucht, zur Anklagebank zu stürmen. Zwei Justizbeamte überwältigten ihn und brachten ihn aus dem Saal.

Die Urteilsverkündung fand am 24. Mai in Saal 210 des Landgerichts statt. Zuschauerbereich und Gerichtssaal sind in diesem Raum aus Sicherheitsgründen durch eine 2,60 Meter hohe Plexiglaswand getrennt. Als die Vorsitzende Richterin das Urteil verkündet hatte – sieben Jahre Haft für Lea-Sofies Mutter Franziska M. (20) und zwölf Jahre für ihren Lebensgefährten Patrik L. (23) – trat Oliver V. die Lehne eines Stuhls ab, sprang gegen die Plexiglasscheibe und kletterte darüber. Die Justizbeamten drückten ihn auf einen Stuhl und hielten ihn fest, bis er sich beruhigt hatte. Als sie ihn aus dem Saal brachten, rief V. in Richtung des Angeklagten: „Es ist noch lange nicht vorbei!“

„Das Urteil ist ein Witz“

Oliver V. war mit Lea-Sofies Mutter liiert, bevor sie mit Patrik L. zusammenkam. Der 33-Jährige war der Ziehvater des Mädchens, kannte Lea-Sofie von klein auf. Er verfolgte viele Prozesstage als Zuschauer. Die Richterin musste ihn immer wieder ermahnen, weil er seine Emotionen kaum im Griff hatte, den Angeklagten unaufhörlich beschimpfte und bedrohte.

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Am Tag der Urteilsverkündung gab Oliver V. mehreren TV-Teams Interviews vor dem Justizgebäude, nachdem die Justizbeamten ihn aus dem Saal gebracht hatten. Auf die Frage eines Reporters, was er denn vorgehabt hätte, antwortete er: „Ich wollte ihm das Genick brechen.“ Das Urteil sei ein Witz. „Der hat das Leben meiner Kleinen geklaut und kriegt noch nicht mal 15 Jahre.“ Die Staatsanwaltschaft hatte auf Mord plädiert und 15 Jahre Haft für Patrik L. gefordert, dem Antrag war die Kammer aber nicht gefolgt. Patrik L. wurde wegen Totschlags verurteilt. Knapp eine Woche nach der Urteilsverkündigung legte die Staatsanwaltschaft Revision gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof ein.

Wegen der eindeutigen Drohungen gegen den Angeklagten könnte nun auch Oliver V. bestraft werden. Er war nicht der einzige, der Morddrohungen äußerte. Bei „Facebook“ riefen während des Verfahrens immer wieder Menschen zur Lynchjustiz auf und forderten die Todesstrafe für Franziska M. und Patrik L.

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