26.09.2016
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Klettenbergpark: Bürger sollen keine Rosen pflegen

Die Pflege der Rosenbeete droht zum Streitobjekt zu werden.

Die Pflege der Rosenbeete droht zum Streitobjekt zu werden.

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EICKLER

Klettenberg -

Im Dezember hatte die Stadt Rosenstöcke im Klettenbergpark entfernen lassen und die Beete umgepflügt. Der Grund: Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat zu wenig Personal, um die kontinuierliche Pflege des historischen Rosengartens zu gewährleisten, aber auch kein Geld, um Firmen mit dieser Aufgabe zu beauftragen. Die Bezirksvertretung Lindenthal zeigt für das Vorgehen der Verwaltung wenig Verständnis. Deshalb erteilte sie jetzt einstimmig den Auftrag an die städtischen Bediensteten, den Rosengarten wiederherzustellen und auch zu pflegen. Die Politiker fordern dies, obwohl sich in der Zwischenzeit bereits Bürger gefunden haben, die die Pflege ehrenamtlich übernehmen wollen.

Als die Initiative WISK (Wir sind Sülz-Klettenberg) vor einiger Zeit eher zufällig von der Beseitigung der Rosenbeete erfuhr, war sie aktiv geworden. Einige Bürger um Theo Stoffele und Christine Kramer sammelten Gleichgesinnte, zwölf an der Zahl. Dann nahmen sie Kontakt zum Grünflächenamt auf und versicherten dem stellvertretenden Leiter Joachim Bauer, zukünftig ehrenamtlich die Rosen zu pflegen. Bauer versprach ihnen: „Wenn Sie das langfristig hinbekommen, werden wir auch neue Rosenstöcke als Ersatz für die bereits gerodeten Pflanzen zur Verfügung stellen.“

Von dieser Absprache aber halten die Bezirksvertreter wenig, so sehr sie das ehrenamtliche Engagement der WISK schätzen. „Ein Konzept das städtische Aufgaben dem freiwilligen Einsatz der Bürger überlässt, ist nicht tragfähig“, meinte der SPD-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Hilgers. Und da es sich bei dem 1907 von Gartendirektor Fritz Encke angelegten Park mit Rosengarten um ein städtisches Kleinod handele, müsse dessen Pflege aus normalen Haushaltsmitteln finanziert werden. Bereits im Jahr 2004 hatte eine private Gruppe um Wolfgang Wegner vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz die Pflege des Rosengartens übernommen. Das ging einige Jahre lang gut. Doch dann verwahrlosten die Beete zusehends, bis zuletzt das Amt tätig wurde.

Noch kein Geld von der Stadt

Eigentlich hatten die Bezirksvertreter 2012 gehofft, einen Teil der Summe für Stadtverschönerungsmaßnahmen für die Pflege der Rosen im Klettenbergpark verwenden zu können. „Aber diese Gelder waren nie dazu gedacht, regelmäßige Pflegemaßnahmen zu bezahlen“, erinnerte Sabine Pakulat an frühere Diskussionen.

Theo Stoffele kann dem Beschluss der Bezirksvertretung zum Teil folgen: „Natürlich ist der Beschluss im Grundsatz richtig. Aber mehr Geld hat die Stadt deswegen immer noch nicht zur Verfügung“. Und so lange das so ist, will seine Initiative an dem Angebot zur Pflege der Rosen festhalten. Kontakt zur WISK ist telefonisch unter der Rufnummer 491 11 48 möglich.