30.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Klettenbergpark: Die Retter der Rose
03. February 2014
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Klettenbergpark: Die Retter der Rose

Der Rosengarten soll neu bepflanzt werden.

Der Rosengarten soll neu bepflanzt werden.

Foto:

BILDER: ESCH

Klettenberg -

Die Blumen im Rosengarten blühen in den Stadtfarben Rot und Weiß, wie es sich für Kölner Gewächse gehört. Im stilvollen 1905 bis 1907vom Gartendirektor Fritz Encke auf einer Kiesgrube angelegten Klettenbergpark sorgen sie für einen Farbtupfer.

Doch die rosigen Zeiten könnten bald vorbei sein. Im Dezember hat die Stadt aus einigen Beeten die Blumenstöcke entfernt und sie umgepflügt. Das erfuhren Theo Stoffele und Christine Kramer – zusammen sind sie die Initiative „Wir sind Sülz-Klettenberg“ (WISK) – von einer entsetzten Besucherin des Wochenmarkts auf dem Auerbachplatz.

In den vergangenen Jahren waren die Beete im symmetrisch angelegten Rosengarten unter den beiden großen alten Platanen zunehmend verwahrlost. Brennnesseln und Unkraut wucherten zwischen den Edelgewächsen.

Hobbygärtner gesucht

Niemand kümmerte sich mehr. Da die Stadt weder Geld noch Personal hatte, um sich der Bepflanzung anzunehmen, sah sie sich zu einer Radikallösung gezwungen, die Rosen zu entfernen und im wahrsten Sinne des Wortes Gras darüber wachsen zu lassen.

Doch nun haben sich Christine Kramer und Theo Stoffele des Rosengartens angenommen. Mit ihrer Initiative WISK setzen sie sich auf vielerlei Weise dafür ein, dass die Stadtteile Klettenberg und Sülz möglichst lebenswert bleiben – jetzt auch im Rosengarten.

Wegen der Klettenberger Rosenbeete wandte sich Christine Kramer an das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen der Stadt und stieß auf positive Resonanz. Der stellvertretende Leiter Joachim Bauer versprach, von weiteren Rodungen der Rosen Abstand zunehmen, wenn Christine Kramer und Theo Stoffele eine Gruppe Freiwilliger finden, die sich bereit erklärt, sie langfristig zu pflegen. „Ich glaube Herrn Bauer blutete selbst das Herz, dass der Rosengarten so verkommen ist, und er freut sich, dass wir uns darum kümmern“, glaubt Christine Kramer.

Die Stadt hat gute Erfahrungen mit dem Engagement der Klettenberger Bürger für die Rosen in ihrem Park. Im Jahr 2004 setzte sich Wolfgang Wegner vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz dafür ein, dass in den Beeten, in denen damals das Unkraut hüfthoch stand, wieder die edlen Blumen blühen. Er suchte und fand zehn Paten für den Rosengarten, die Jahre lang liebevoll die Blumen pflegten. Doch seit einiger Zeit gibt es dieses Engagement nicht mehr.

Christine Kramer und Theo Stoffele haben nun bereits zwölf neue Hobbygärtner zusammen. „Wir möchten einen Trupp von etwa 20 Leuten zusammenstellen. Wir werden uns dann mit den zuständigen Mitarbeitern der Stadt treffen und klären, wie wir zusammenarbeiten. Wir werden einen Stundenplan erstellen, wer wann die Pflege übernimmt. Ein paar Leute brauchen wir noch“, sagt Christine Kramer.

Der Einsatz könne sich auf eine oder ein paar Stunden ein Mal pro Woche oder auch nur alle zwei Wochen beschränken. Christine Kramer und Theo Stoffele möchten, dass die Menschen sich so einbringen, wie es ihnen am besten passt. „Die Rosenpflege ist Knochenarbeit. Da muss man in gebückter Haltung Unkraut jäten.“

„Rosen sind sehr anspruchsvoll, Wenn die Gruppe mit der Pflege der noch vorhandenen Pflanzen zeigt, dass sie das langfristig hinbekommt, werden wir auch wieder neue Rosen für die bereits gerodeten Beete zur Verfügung stellen“, verspricht Joachim Bauer vom Amt für Landschaftspflege und Grünflächen. Und so wird es in Zukunft möglicherweise wieder auf allen Rosenbeeten blühen, natürlich rot-weiß.

Naturfreunde, die sich um die Rosenbeete kümmern möchten, können sich melden bei: Christine Kramer, E-Mail-Adresse: christine.kramer@o2onlinede , oder bei Theo Stoffele unter der Telefonnummer: 0221/491 11 48, thstoffele@t-online de.


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