29.09.2016
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Carrée-Fest: Das sagt der Organisator

Anwohner freuen sich über das Programm auf der Veedelsbühne beim Sülzer Carréefest.

Anwohner freuen sich über das Programm auf der Veedelsbühne beim Sülzer Carréefest.

Foto:

Philipp Haaser

Sülz/Klettenberg -

Herr von der Gathen. Organisiert Ihr Unternehmen mit dem Carrée-Fest Jahr für Jahr ein Fest gegen die Anwohner?

Wilhelm von der Gathen: Wir organisieren das Carrée-Fest in enger Absprache mit der Interessengemeinschaft für ein möglichst großes Publikum. Das sind auch die Sülzer und Klettenberger. Aber es handelt sich um ein kommerzielles Fest. Es geht darum, den Einzelhandel über die Grenzen des Veedels hinaus bekannt zu machen, damit mehr Menschen in Sülz und Klettenberg einkaufen kommen. Der Einzelhandel sichert jede Menge Arbeitsplätze und macht den Stadtteil attraktiv. Auch daran sollten die Kritiker denken. Da muss man als Anwohner schon mal in den sauren Apfel beißen.

Ließe sich die Veranstaltung aus Ihrer Sicht auf einen Tag begrenzen?

Von der Gathen: Unter den jetzigen Gegebenheiten: Nein. Kosten und Aufwand stünden in keinem Verhältnis mehr. Die Ausrichtung des Carée-Festes kostet 80 000 Euro. Auf der Dürener Straße funktioniert das Straßenfest nur deshalb eintägig, weil die Geschäfte und Institutionen dort selbst Standmieten bezahlen und sich zu mehr als 80 Prozent am Fest beteiligen. Die Teilnahme am Carree-Fest aber ist für die ortsansässigen Geschäftsleute kostenfrei.

Könnte man das Programm im Sinne der Anwohner verändern?

Von der Gathen: Ich bin da für vieles offen. Die Veedelsbühne, die in diesem Jahr das erste Mal mit dabei war, zeigt das ja auch. Wir sind aber nicht der Weihnachtsmann. Unsere Sponsoren, die das Fest letztendlich finanzieren, verlangen hohe Kontaktzahlen. Deshalb brauchen wir eine Hauptbühne mit einem Programm, das die Menge lockt, die gerne auch mal ein Kölsch mehr trinkt.

Sehen Sie sich in der Verantwortung, etwas gegen die unschönen Begleiterscheinungen des Festes zu tun?

Von der Gathen: Wie sich die Leute benehmen, das können Sie nicht steuern. Selbst Polizei und Ordnungsamt kriegen das ja nicht in den Griff, wie man am Brüsseler Platz sehen kann. Man kann nur an gegenseitige Rücksichtnahme appellieren. Wildpinkler wird es leider immer geben. Da können Sie so viele Toilettenwagen aufstellen wie sie wollen. Außerdem ist auch das schwierig. Jeder fordert sie, aber nicht vor seiner Haustür.

Das Gespräch führte Marion Eickler


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