26.07.2016
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Gasthaus: Renovierte kölsche Tradition

Stammgäste beim Testbesuch im Marienbildchen: Hans Schäfer, Andreas Rettig und Uwe Krupp mit Köbes Detlef Lautenbach.

Stammgäste beim Testbesuch im Marienbildchen: Hans Schäfer, Andreas Rettig und Uwe Krupp mit Köbes Detlef Lautenbach.

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Rainer Dahmen

Lindenthal -

Detlef Lautenbach weiß, woran ein Wirt zufriedene Gäste erkennt. „Wenn die Leute um zwölf Uhr lachend aufstehen und den Ausgang nicht mehr finden, habe ich alles richtig gemacht“, sagt der 53-Jährige. Mehr als zehn Jahre lang war er Köbes im Päffgen auf der Friesenstraße, zuvor arbeitete er im Brauhaus Früh. In seiner Kindheit verdiente er sich sein Taschengeld in der Kess-Brauerei, wo schon der Vater arbeitete.

An diesem Samstag eröffnet er sein erstes eigenes Gasthaus. Seit Januar war das Marienbildchen in der Lindenthaler Falkenburgstraße geschlossen. Nach sieben Monaten Renovierung ist nun zwar fast alles neu im 1874 erbauten Haus. Optisch hat sich aber nur wenig verändert. Das findet auch Stammgast Hans Schäfer (85). Das Kölner Fußball-Idol wohnt in der Nachbarschaft. „Früher haben wir hier in Sechserreihen an der Theke gestanden“, erinnert sich der Weltmeister von 1954. Auch Haie-Trainer Uwe Krupp und der frühere FC-Manager Andreas Rettig sahen sich schon vorab im neuen alten Marienbildchen um.

Reibekuchenteig auf Bestellung

Thorsten Nützmann kochte zuvor im Max Stark, nun verantwortet er mit Lautenbachs Frau Heidi die Küche des Marienbildchens. „Er ist ein überragender Koch. Und von meiner Frau bin ich sowieso überzeugt“, sagt Lautenbach. Konservierungsstoffe kommen nicht ins Haus. Der Reibekuchenteig etwa wird erst auf Bestellung zubereitet. „Bei uns stehen keine Eimer in der Küche, die man zwei Wochen offen stehen lassen kann, ohne dass etwas passiert“, sagt Lautenbach. Im Marienbildchen gibt es Sauerbraten auch vom Pferd; keine Fritteuse, dafür aber „herrliche Bratkartoffeln“, wie Lautenbach sagt.

Das Kölsch kostet 1,40 Euro, es gibt auch Bier in Siphons zum Mitnehmen. „Das ist gute kölsche Tradition“, sagt Lautenbach. Zu Lautenbachs Vorstellung von einem Gasthaus gehört auch, dass er für seine Gäste Knobelbecher und Spielkarten bereithält.

Die Nachbarschaft ist zuletzt langsam ungeduldig geworden. Neulich schaute eine Dame vorbei und wollte einen Termin für einen Beerdigungskaffee vereinbaren. „Aber lassen Sie uns doch erstmal fertig renovieren“, bat Lautenbach. So eilig hatte es die Dame dann aber gar nicht: „Es drängt nicht allzu sehr. Die betreffende Person ist ja noch am Leben.“ (chl)

Marienbildchen, Falkenburgstraße 26, Lindenthal. 0221/169 187 06, Öffnungszeiten: Sa. und So. 11 bis 24 Uhr.