27.08.2016
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Johanneskirche: Der Engel in der Nachbarschaft

Der Gospelchor Light of Life sang der Johanneskirche ein Ständchen.

Der Gospelchor Light of Life sang der Johanneskirche ein Ständchen.

Foto:

Esch

Klettenberg -

Die Sänger des Gospelchors Lights of Life tragen blaue kuttenartige Gewänder und knallgelbe Überwürfe, die eine sich nach unten schlängelnde Spitze haben. Sie ähneln Flammen, die auf der Bühne der Johanneskirche tanzen wie auf einem Geburtstagskuchen. Der Chor war gekommen, um einem ganz besonderen Geburstagskind ein Ständchen zu singen: Joki – so der liebevolle Spitzname für die Johanneskirche – ist 50 Jahre alt und wird mächtig gefeiert. „Open the eyes of my heart“ heißt ein Song, den die Gemeinde mitsingen darf. Viele Besucher stehen in den Kirchenbänken und tanzen fröhlich. Vorher hatte die Johanneskantorei ein etwas getrageneres Geburtstagsständchen vorgetragen, Liebeslieder von Johannes Brahms. Und dann schauen noch ganz liebe Freunde vorbei. Die Wise Guys marschieren auf die Bühne.

„Wir sind alle in der direkten Nachbarschaft der Kirche aufgewachsen und fühlen uns der Johanneskantorei so verbunden, dass wir eine Konzerttour so geplant haben, dass wir hier auftreten mussten“, sagt Daniel Dickopf. Der Texter der Wise Guys ist der einzige der noch in Sülz lebt und eigentlich katholisch. „Ich kam über andere Jugendliche in Kontakt mit der evangelischen Gemeinde und erinnere mich heute noch an die tollen Segelfreizeiten und die Beatmessen.

Die Johannesgemeinde ist quasi ein Engel in der Nachbarschaft“, sagt er. Deswegen haben die Wise Guys auch einen passenden Song mitgebracht: „Ein Engel, der dir immer nah ist, der für dich da ist, wenn du in Gefahr bist“, singt die A-Cappella-Gruppe klangvoll. „Das ist aber lieb von euch. Wir freuen uns, dass die Johanneskirche so etwas wie ein verlängertes Wohnzimmer geworden ist“, bedankt sich Masanek strahlend. Das Konzert und das sich daran anschließende Johannesfest ist ein Höhepunkt in einem attraktiven Festprogramm, das bereits vor einigen Wochen startete.

Am Morgen hatte ein ökumenischer Gottesdienst mit einem gemeinsamen Abendmahl stattgefunden: Bischof Ryszard und Susanne Beuth hatten es erteilt. Und Pfarrerin Gaby Masanek berichtete gerne jedem, der Interesse hatte, genauer über Joki und ihre Gemeinde: „Mit ihren kleinen sechseckigen Wabenfenstern ist unsere Kirche ziemlich dunkel. Sie wirkt recht sakral. Wir als Gemeinde möchten aber nach außen offen sein. Wir veranstalten schon seit Jahrzehnten Beatmessen und laden zu uns ein“, sagte Masanek. Vielleicht weil die Gemeinde auch für die jungen Gottesdienstbesucher ein ansprechendes Programm hat, wachsen ihre Mitgliederzahlen, während sie in manchen anderen Gemeinden sinken.

Rund um das Geburtstagskind herrscht an diesem Tag jedenfalls ein reges Treiben. Und Joki selbst durfte sich sogar schon etwas vorher über Blumen freuen: Zwei Gemeindemitglieder hatten in den vergangenen Wochen neben der Kirche mit Blumen, Sträuchern und Kräutern einen Garten angelegt.