24.07.2016
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Kölner Leselauf: Leselauf führte durchs Stadion

Gute Laune vor dem Start bei allen Läufern , Rad-, und Rollstuhlfahrern: die Musiker Hannes Schöner, Shari Reeves, Peter Brings

Gute Laune vor dem Start bei allen Läufern , Rad-, und Rollstuhlfahrern: die Musiker Hannes Schöner, Shari Reeves, Peter Brings unsd Joey Kelly sowie Moderatorin Nina Moghaddam und Jens Streifling (v.l.)

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Worring

Lindenthal -

Jung und alt, Trainierte und Gelegenheitssportler starteten am Sonntag für einen guten Zweck: Über 300 Fahrradfahrer und rund 900 Läufer nahmen am dritten Kölner Leselauf, der die Einrichtung neuer Leseclubs fördern soll, teil. Hedwig Neven DuMont, Schirmherrin und Patin von „wir helfen“, gab das Startzeichen, und los ging’s: Auf Tandemfahrrädern oder alleine, in professioneller Sportkleidung oder mit simpler Regenjacke starteten die Radfahrer, wenig später folgten die Läufer, darunter viele mit Musik im Ohr oder Kinderwagen an der Hand. Auch viele Kinder liefen mit.

Fünf Kilometer maß die kurze Strecke durch den Stadtwald, am Adenauerweiher entlang, und dann – ein besonderes Highlight – durch das Rhein-Energie-Stadion: „Als wir ins Stadion einliefen, hörte man rechts und links die Läufer aufjauchzen“, erzählt Henning Krautmacher, der nach der Anmoderation ebenfalls mitlief. Spätestens am heiligen FC-Rasen vergaß so mancher Läufer seine Laufzeit und legte eine Pause ein, um sich auf dem Gras fotografieren zu lassen.

Neben Krautmacher liefen auch die Höhner Jens Streifling und Hannes Schöner mit, außerdem Isabella Neven DuMont, Vorstand der Mediengruppe M. DuMont Schauberg, Joey Kelly, Shary Reeves, und Peter Brings. Auch bei den Radfahrern starteten zahlreiche Promis, darunter die Musiker Stephan Brings, Janus Fröhlich und Peter Werner sowie FC-Vize Toni Schumacher.

Krautmacher läuft seit 2000 regelmäßig: „In der Addition etwa 40 Kilometer die Woche“, sagt er. Als Oliver Gritz, der Vorsitzende von „Ride for Reading“ und Initiator des Projekts ihn ansprach, war daher klar: „Fahrradfahren ist nicht mein Ding, wir brauchen eine Veranstaltung, bei der man laufen und Rad fahren kann.“ Der Leselauf war geboren. „Dies ist der einzige Lauf, an dem man mit Promille teilnehmen und Gutes tun kann – denn jeder Teilnehmer unterstützt mit seinem Startbeitrag von einem Promille der Gesamtkosten einen neuen Leseclub.“

Rund 10 000 Euro kostet die Einrichtung eines solchen Clubs samt Möbeln, mit Büchern in verschiedenen Sprachen, Gesellschaftsspielen, einem PC und Schulungen für die Mitarbeiter. „16 gibt es bisher, nun sollen zehn weitere eingerichtet werden“, erzählt Markus Muhr, Geschäftsführer der Kemmerling KG, der die Veranstaltung mitorganisierte. Beim anschließenden Konzert vor dem Marathontor traten neben den radelnden und laufenden Musikern auch Anke Engelke, Carolin Kebekus und Stefan Knittler auf.

Rund 7,5 Millionen funktionale Analphabeten gibt es bereits in Deutschland. „Das trägt auch dazu bei, dass sich die Schere immer weiter teilt“, sagt Henning Krautmacher, „dabei ist die Lösung so einfach: Wer lesen kann, ist ganz klar im Vorteil“. In den Schulen würden Kinder, die beim Vorlesen stocken, oft ausgelacht, sagt der Sänger, der selbst ein begeisterter Leser ist: „Da wollen wir helfen und Mut machen.“