27.08.2016
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Rautenstrauch: Der Kanal ist schon wieder undicht

Der Durchlass wird repariert. Ein neues Rohr muss eingebaut werden.

Der Durchlass wird repariert. Ein neues Rohr muss eingebaut werden.

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Eickler

Lindenthal -

Der Rautenstrauchkanal leckt schon wieder. Doch anders als im vergangenen Jahr liegt es nicht an mangelhaft ausgeführten Uferarbeiten bei der aufwändigen Sanierung. Diesmal entstand der Schaden bei der Verlegung einer Fernwärmeleitung nach Ehrenfeld in Höhe der Brücke Klosterstraße. Dabei wurde ein Rohr beschädigt. Es verbindet die Kanalbecken beiderseits der Klosterstraße unter der Brücke hindurch. Das Wasser, das eigentlich vom westlichen ins östliche Becken fließen soll, ergoss sich über die Baustelle. Mit Sandsäcken gelang es schließlich, die Baugrube weitgehend gegen das eindringende Wasser zu sichern. Nun sind die Rhein-Energie und die Stadt bemüht, das Kanal-Rohr zu reparieren.

Der stellvertretende Leiter des Grünflächenamtes, Joachim Bauer, beschreibt den Schaden als "ein großes Problem". Der alte Durchlass sei undicht geworden, weil er bei den Arbeiten der Rhein-Energie freigelegt wurde. "Dadurch fehlte der Gegendruck des umgebenden Erdreichs, das alte und anfällige Rohr barst und muss nun komplett erneuert werden", schilderte Bauer.

Der drastisch gesunkene Wasserspiegel im unteren Becken ist vor allem ein Problem für die Fische. Deshalb wird das Wasser zurzeit mit provisorisch installierten Pumpen von dem höher liegende Becken in das untere geleitet. Rund 600 Schleien waren erst Ende vergangenen Jahres neu in das Kanalsystem eingesetzt worden. Vor der Sanierung 2011 waren der Rautenstrauch- und der daran anschließende Clarenbachkanal komplett leer gefischt worden.

Die Arbeiten zur Reparatur der Rohr-Verbindung seien schon weit fortgeschritten. Bauer geht davon aus, dass sie in Kürze abgeschlossen werden können. Das bestätigt auch die Sprecherin der Rhein-Energie, Jennifer Vietor.

Die Fernwärme-Baustelle der Rheinenergie an der Klosterstraße wird noch eine Weile bestehen bleiben. Die Leitung ist zwar bald fertig. "Doch auch danach sind noch kleinere Arbeiten nötig, weil einzelne Hausanschlüsse gelegt werden", informierte Vietor.

Die Instandsetzung der Kanäle im Jahr 2011 kostete rund eine Million Euro. Verbunden damit war der Einbau eines Gefälle-Systems. Die Becken des Rautenstrauch- und des Clarenbachkanals haben von West nach Ost ein Gefälle. So kann das Wasser, das nahe des Stadtwaldgürtels aus einer unterirdischen Leitung in den Rautenstrauchkanal läuft, gleichmäßig fließen. Es kommt genügend Sauerstoff hinein, was für eine hohe Wasserqualität sorgt.

Sein biologisches Gleichgewicht hat der Kanal seit der Sanierung aber noch nicht gefunden, wie die neuerliche Algenblüte zeigt. Deshalb werden nach Abbau der Rheinenergie-Baustelle noch Karpfen eingesetzt. Sie sollen helfen, die Algenblüte in Grenzen zu halten. Bauer sagt dazu: "Die Algen entwickeln sich so gut, weil das Wasser so klar ist." Der oben schwimmende Algenteppich stelle zwar kein Problem für die Qualität des Gewässers dar, "er ist aber unschön anzusehen." Wiederholt waren Arbeiter des Grünflächenamtes vor Ort, um die Algen von Hand abzufischen. "Das ist auf Dauer zu teuer", sagt der stellvertretende Amtsleiter. Jetzt sollen es die Karpfen sozusagen ehrenamtlich richten. "Die gründeln und wühlen dabei Schwebstoffe auf, die das Wasser eintrüben", erläutert Bauer. Trübes Wasser bedeutet weniger Licht am Grund des 80 Zentimeter tiefen Gewässers. Und bei Lichtmangel entwickeln sich die Algen schlechter.