27.09.2016
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Nikolausstraße in Köln-Sülz: Entscheidung über einsturzgefährdete Häuser verzögert sich

Große Risse und Löcher klaffen im Innenhof des Hauses Nikolausstraße 118.

Große Risse und Löcher klaffen im Innenhof des Hauses Nikolausstraße 118.

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kra

Köln -

Die Eigentümer der beiden abgesackten Häuser an der Nikolausstraße sowie der Betreiber der Baustelle dazwischen wollen der Stadt ein gemeinsames Gutachten darüber vorlegen, wie die Gebäude gesichert werden können. Ursprünglich hatte die Stadt die drei Parteien getrennt aufgefordert, den Zustand der Bausubstanz zu bewerten. Am Dienstag haben sich die Parteien auf eine Zusammenarbeit verständigt.

Häuser weiter nicht bewohnbar
Köln, 07.09.15: In Sülz haben Statiker die einsturzgefährdeten Häuser auf der Nikolausstraße untersucht. Die Ergebnisse werden derzeit noch ausgewertet. Wann und ob die betroffenen Häuser wieder bewohnbar sind, steht noch nicht fest. Ein Haus war wegen Rissen in der Fassade bereits am Mittwoch geräumt worden. Am Freitag mussten die Bewohner eines weiteren Hauses ebenfalls evakuiert werden. Ursache für die Schäden ist eine benachbarte Baustelle. Zur Stabilisierung der Häuser wurde die Baugrube teilweise mit

Für die evakuierten Mieter verzögert sich dadurch die Rückkehr in ihre Wohnungen. Denn die Gutachten sollten eigentlich schon am kommenden Donnerstag der Verwaltung übergeben werden, nun haben die beauftragten Statiker bis Montag kommender Woche Zeit. „Es ist gut, dass die Eigentümer nicht gegeneinander arbeiten“, so Stadtsprecher Jürgen Müllenberg: „Für dieses Gesamtpaket haben wir ihnen ein bisschen mehr Zeit eingeräumt.“ Am Mittwochabend vergangener Woche hatte die Feuerwehr das Haus Nikolausstraße 118 evakuiert, weil sich Setzrisse durch das gesamte Gebäude zogen. Seit Freitag ist auch das Haus links der Baustelle geräumt. Die Bewohner sind bei Freunden oder in Hotels untergekommen.

Eigentümer an Kosten beteiligt

Die Kosten für die Gutachten und die Sicherung der Gebäude müssen die Hauseigentümer übernehmen – obwohl die Ursache für die immensen Schäden offenbar ausschließlich in der Baustelle dazwischen liegt. Hier wurde laut Stadtverwaltung zu tief ausgeschachtet. Der Bauherr könne nicht objektiv den Zustand der beiden Häuser daneben beurteilen, sagte Stadtsprecher Müllenberg. Deshalb müssten auch die Hausbesitzer, von deren Eigentum schließlich eine Gefahr ausgehe, Gutachten vorlegen. Das sei das übliche Verfahren. „Wenn wir uns nur an den Bauherrn wenden und es passiert doch etwas, haben wir ein rechtliches Problem“, so Müllenberg. Die Eigentümer müssen also in Vorleistung treten. Wer welche Kosten am Ende übernimmt, müssten laut Verwaltung die Parteien unter sich klären.

Die Eigentümerin des Mehrfamilienhauses an der Nikolausstraße 118 kann den Schaden noch nicht beziffern. Fakt ist, dass sich durch den Innenhof ein riesiger Riss zieht, der sich seit vergangenen Mittwoch noch vergrößert habe. Darunter klafft ein großes Loch. Die Hauswand an der Seite zur Baustelle hat sich bedrohlich geneigt, auch das Haus Nummer 122 hat große Risse in den Wänden. Im Keller ist Putz von den Decken gefallen.

Ihre Versicherung zahle nicht für den Schaden, sagt die Pulheimerin, die sich das Geld beim Verursacher wiederholen will. Einen Anwalt hat sie schon eingeschaltet: „Aber das alles dauert, man muss einen langen Atem haben.“ Sie hoffe nun vor allem für die Mieter, dass das Haus stehen bleiben kann: „Es darf nicht wie das Stadtarchiv in der Baugrube versickern.“