29.09.2016
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Trotz Neubauplänen: Justizzentrum soll aufwändig saniert werden

Noch an der Luxemburger Straße: Das Kölner Justizzentrum.

Noch an der Luxemburger Straße: Das Kölner Justizzentrum.

Foto:

Grönert

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB) wird 18 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten am Justizzentrum an der Luxemburger Straße freigeben, obwohl er der Landesregierung im November 2012 empfohlen hat, einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Dom-Brauerei in der Südstadt zu errichten.

„Das ist aus unserer Sicht kein Widerspruch“, sagt BLB-Sprecher Hartmut Gustmann. „Wir müssen so handeln, weil wir das Gebäude für die kommenden Jahre betriebsfähig halten müssen. Vor allem in den Brandschutz muss investiert werden.“ Das Gebäude genüge zwar allen sicherheitstechnischen Standards, man müsse jetzt die Sanierungen planen, weil nach 30 Jahren doch einiges erneuerungsbedürftig sei.

Nur noch das Nötigste

Beim BLB geht man davon aus, dass die Landesregierung noch in diesem Jahr über einen Neubau entscheidet. Das kann laut Gustmann schon Ende März der Fall sein, spätestens aber in der zweiten Jahreshälfte. „Sobald es einen Neubaubeschluss gibt, werden wir am alten Justizgebäude natürlich nur noch das Nötigste in Angriff nehmen. Wir haben zwar jetzt ein Paket von 18 Millionen Euro beschlossen. Das heißt aber nicht, dass wir das Geld auch benötigen.“

Die langen Vorläufe machten diesen Beschluss erforderlich. Ganz ohne Sanierungen werde man selbst dann nicht auskommen, wenn der Umzug nach Bayenthal beschlossen werde. „Ein Neubau dürfte frühestens in sechs Jahren fertig sein, zumal ja erst geklärt werden muss, ob auch andere Gerichte wie das Arbeits- und Sozialgericht dort untergebracht werden sollen oder nur die Bereiche, die jetzt an der Luxemburger Straße ansässig sind.“

200 Millionen Euro Baukosten

Im Justizzentrum sind das Landgericht, das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft mit rund 1700 Mitarbeitern untergebracht. Ein Neubau wird nach groben Schätzungen 200 Millionen Euro kosten, die Sanierung an der Luxemburger Straße rund 150 Millionen.

Angesichts der Dimension der aktuell vom BLB geplanten Sanierungsmaßnahmen in Sachen Brandschutz habe er momentan zwar etwas Schwierigkeiten, sich vorzustellen, „wie das bei laufendem Betrieb passieren soll“, ließ Landgerichtspräsident Helmut Zerbes ausrichten: „Aber da wird man eine Lösung finden müssen, und irgendwie werden wir das schon hinkriegen.“


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