26.07.2016
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Zugeparkt: Die Feuerwehr braucht Hilfe

Eng wird es zuweilen auf der Richard-Wagner-Straße für die Feuerwehr.

Eng wird es zuweilen auf der Richard-Wagner-Straße für die Feuerwehr.

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Marion Eickler

Weiden -

Retten, löschen, bergen – Tag für Tag rückt die Feuerwehr der Wache 14 an der Richard-Wagner-Straße aus. Im besten Fall braucht sie nicht länger als die vorgeschriebenen acht Minuten bis zum Einsatzort. Weil aber immer mehr Autos beiderseits der Straße geparkt werden, wird es zusehends schwieriger, diese Zeitvorgabe – die sogenannte Hilfsfrist – einzuhalten.

„Nicht selten haben wir schon Probleme, die Wache zu verlassen“, schildert Wachvorsteher Wilfried Antons der Lindenthaler Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker das Problem. Die sah sich die Situation – begleitet von mehreren Bezirksvertretern und dem Leiter des Bürgeramts, Walter Stocker – daraufhin an. Ihr Fazit: „Jetzt brauchen mal die Helfer Hilfe. Wir werden uns des Themas in der Bezirksvertretung annehmen.“ Dort werden verschiedene Lösungen zur Sprache gebracht.

„Wenn zum Rangieren kein Platz ist, helfen auch Blaulicht und Martinshorn nicht weiter“
Wilfried Antons

Die Richard-Wagner Straße ist eine beschauliche Wohnstraße mit vorwiegend Einfamilienhäusern beiderseits der Fahrbahn. Ein Großteil der Anlieger verfügt über eigene Stellplätze und Garagen. Trotzdem stehen die geparkten Pkw dicht gedrängt zu beiden Seiten. „Dafür gibt es zwei Gründe“, weiß Antons. Zum einen parken dort viele Pendler, die ein paar Meter weiter in die S-Bahn Richtung Innenstadt umsteigen. Zum anderen sind es all diejenigen, die mal eben in die Lotto-Annahmestelle, zum Bäcker oder sonst wo hin wollen.“ Gerade die Kurzparker blieben oft sogar noch in der zweiten Reihe stehen. Muss die Wehr dann mit dem Löschfahrzeug – das ist 2,50 Meter breit und fast zwölf Meter lang – ausrücken, wird es eng. „Wenn uns dann auch noch ein Auto entgegenkommt, schafft schon der kleinere Rettungswagen nicht mehr die Durchfahrt. Wenn zum Rangieren kein Platz ist, helfen auch Blaulicht und Martinshorn nicht“, beschreibt Antons. Sein Stellvertreter Michael Peitz, macht deutlich wie gravierend das Problem ist. „Unser Einsatzbereich umfasst Lövenich und die angrenzenden Stadtteile. Auch die Autobahn A1 gehört in diesem Abschnitt dazu. Der Rettungswagen fährt durchschnittlich 15 Einsätze pro Tag, der Löschzug zwei. „Da müssen wir hier zügig weg, um die magischen acht Minuten nicht zu überschreiten. “

Der Feuerwehr wäre es am liebsten, die Richard-Wagner-Straße würde von der Wache in Richtung der Einmündung Goethestraße in eine Einbahnstraße umgewidmet. „Dann käme uns niemand mehr entgegen. Das würde helfen“, so Antons.

Eine zweite Möglichkeit, die für die Bürger einen nicht so gravierenden Einschnitt bedeuten würde, hatten die Politiker im Blick. „Man könnte zunächst das Parken auf nur einer Straßenseite gestatten. Dann wäre die andere frei, um auszuweichen“, schlug die CDU-Bezirksvertreterin Ilse Post vor. Sie fürchtet, die Bürger könnten sich bei einer Einbahnregelung darüber beschweren, dass sie künftig Umwege fahren müssen, um nach Hause zu kommen. Doch Peitz meinte: „So groß sind die Umwege nicht. Die Anlieger kommen doch ohnehin entweder von der Aachener Straße oder aus dem Westen über die Goethestraße. Sie können über die Moltkestraße oder die Selma-Lagerlöf-Straße ebenso gut die Richard-Wagner-Straße von der anderen Seite anfahren.“

Gegen die Einrichtung eines absoluten Halteverbots auf einer der Straßenseiten argumentierte Grünen-Bezirksvertreter Roland Schüler: „Das wird aller Erfahrung nach oft ignoriert und ist nur so gut wie die Kontrolle durch das Ordnungsamt.“


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