Das Weihnachtsland muss im Erzgebirge liegen. Diesen Eindruck kann man zumindest gewinnen, wenn man im Geschäft von Käthe Wohlfahrt steht. 3000 Weihnachtsfiguren hat die Firma aus dem sächsischen Seiffen auf den „Markt der Engel“ am Neumarkt transportiert – Nussknacker, Räuchermännchen und Schwibbögen. Lichterketten, die früher im Bergbau benutzt wurden. Das kann man Trash nennen oder Romantik. Den Kunden gefällt es offenbar: „Kinder bleiben oft staunend stehen, und manche Erwachsene auch“, sagte Verkäuferin Christel Papenbrock.
Pünktlich zur Weihnachtsmarkt-Saison hat sich der Neumarkt in einen „Markt der Engel“ verwandelt.
Foto: Martina Goyert95 Aussteller präsentieren sich auf dem 4000 Quadratmeter großen Areal ihre Produkte und geschätzte 1,5 Millionen Besucher treiben vorbei an der Welt aus gebrannten Mandeln, Raclette-Käse und Dom-Waffeln, die von 450 Nadelbäumen und 700 Weihnachtssternen gesäumt wird. Der Markt ist auch eine logistische Herausforderung. Veranstalter Hans Flock und sein 60-köpfiges Team von City Projekt haben in den vergangenen zehn Tagen das Material für die 95 Häuschen aus Bergheim und aus Quadrath-Ichendorf mit 18 Tiefladern herbeigeschafft. „Viel Zeit zum Schlafen hatten wir dabei nicht“, sagt er. Egal, auch im nächsten Jahr würde er gerne den Neumarkt bespielen. Sicher ist das aber nicht, denn die Stadt will das Areal neu ausschreiben lassen – und City Projekt ist nur einer der Bewerber.
Kölner Dom
Roncalliplatz
50667 Köln
Atmosphäre: Jahr für Jahr bekommt er Bestnoten von seinen Besuchern, die aus ganz Europa anreisen, um das Gedränge im Schatten der gigantischen Domkulisse zu erleben. Wer ganz in Ruhe bummeln möchte, sollte besser von montags bis donnerstags kommen. Der bekannteste Markt in Köln zählt nicht weniger als 150 Stände. Pavillons mit roten Dächern, überragt von einer 25-Meter-Rotfichte aus dem Sauerland, sind sternförmig unter einem funkelnden Lichterdach angeordnet.
Angebot: Honig aus Finnland, Speck aus Südtirol, Gewürze, Brezeln, Marzipan Schokolade und Eierlikör – es gibt viel zu probieren. Bratwurst und Glühwein sind überwiegend bio-zertifiziert und selbst die Pommes sind „handmade“. Mehr als 60 Kunsthandwerker aus ganz Deutschland sind vor Ort, denen Besucher bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen können. Sozialwerke und Vereine stellen sich vor.
Programm: Kinderprogramm in der Sternenwarte (Stand 31), Di+Do
16 bis 18 Uhr. Rock, Folklore, Tanz, Blas- und Chormusik auf der großen Bühne. U.a. „Loss mer singe“ mit Stefan Knittler, der neue und alte kölsche Weihnachtslieder und natürlich auch die bekannten Klassiker singt. Ein Liedheftchen hilft über jede Textunsicherheit hinweg. Weihnachtsshow mit Guildo Horn & Die orthopädischen Strümpfe am Do 6.12., 19.30 Uhr.
Öffnungszeiten: bis 23. Dezember, So-Mi 11 bis 21 Uhr, Do-Fr 11 bis
22 Uhr und Sa 10 bis 22 Uhr.
www.koelnerweihnachtsmarkt.com
Für die Kinder sind unter anderem Maike und Jana (beide 21) da. In Engelskostüme gekleidet verteilen sie goldenen Feenstaub und obendrein dürfen sich die Mädchen und Jungen noch etwas von den kostümierten Studentinnen wünschen. Svenja (4) ist aber erst einmal so baff, dass ihr spontan gar kein Wunsch einfällt – und begnügt sich mit einem Trostlutscher. Andere Kinder klettern lieber aufs Karussell oder warten auf den Nikolaus und die Winterkönigin, die mit ihrem Uhu auf dem Neumarkt Hof hält.
Essen & Trinken: Die Bratwurst kostet auf dem Neumarkt drei Euro, gebrannte Mandeln (500 Gramm) sind für fünf Euro zu haben, Glühwein (0,2 Liter) für 2,50 Euro.
Besonderheiten: Drei Krippen: Außer einer traditionellen Krippe gibt es eine Hänneschen-Krippe und eine katalanische Krippe.
Öffnungszeiten: Bis zum 23. Dezember täglich von 11 bis 21 Uhr, Freitag und Samstag von 11 bis 22 Uhr
Organisation: City Projekt Veranstaltungs GmbH, Frankenwerft 27, 50667 Köln, Telefon: 0221/25 28 69
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Auf Stelzen präsentiert sich derweil Ciela, ein feenhaftes Wesen, das auf Holzstelzen über den Markt läuft. Dazu kommen der Gospelchor Colorful Voices, das Orchester der Domstädter und Sänger Peter Schmitz-Hellwig und seine Vajabunde. Um Kölns Partnerstadt Barcelona zu ehren, haben die Veranstalter in die Hänneschen-Krippe eine Figur des katalanischen Architekten Antoni Gaudi eingebunden.



