29.07.2016
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Demo auf der Keupstraße: Rechter Gewalt die Stirn bieten

20 Jahre nach dem Brandanschlag in Solingen erinnerten viele Menschen in der Keupstraße an die Opfer rechter Gewalt.

20 Jahre nach dem Brandanschlag in Solingen erinnerten viele Menschen in der Keupstraße an die Opfer rechter Gewalt.

Foto:

Jörn Neumann

Kundgebung im Dauerregen: 20 Jahre nach dem rassistischen Brandanschlag in Solingen, bei dem fünf türkische Frauen und Mädchen ums Leben kamen, wurde am Mittwoch auch in der Keupstraße in Mülheim an die Opfer erinnert. „Sie lebten seit Jahrzehnten in Deutschland und starben nur, weil sie Migranten waren.“ sagte Özlem Demirel, Bundesvorsitzende der Föderation der demokratischen Arbeitervereine (DIDF). Der Brandanschlag sei eine historische Zäsur für viele Migranten gewesen. Jörg Detjen, Fraktionssprecher der Linken, sagte: „Die Morde der NSU folgten dem Anschlag von Solingen.“ Er erinnerte auch an das Nagelbombenattentat in der Keupstraße im Jahr 2004. Alle Opfer müssten angemessen entschädigt werden – vor allem, weil sie selbst zu Verdächtigen wurden. „Ihre Menschenwürde wurde mit Füßen getreten.“ Auch der Kölner Grünen-Abgeordnete Volker Beck und Ali Demir vom Verein Heimat für alle nahmen an der Kundgebung gegen rassistischen Terror teil. Pfarrer Franz Meurer vom Bündnis Schäl Sick gegen Rassismus fragte: „Wann ist ein Mensch besonders glücklich?“ und gab die Antwort gleich selbst: „Wenn er eine gute Ehe, gute familiäre Kontakte, aber auch gute Nachbarn hat.“ Er appellierte an die Anwesenden, die unter Regenschirmen zusammenstanden, sich gegenseitig zu helfen. „Das ist manchmal anstrengend, macht aber auch unglaublich viel Freude“, sagte er.


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