26.09.2016
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Gauck-Einladung: Kölner NSU-Opfer in Schloss Bellevue

Bundespräsident Joachim Gauck begrüßt Angehörige der NSU-Opfer

Bundespräsident Joachim Gauck begrüßt Angehörige der NSU-Opfer

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AFP

Mülheim -

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Montag die Familien der NSU-Opfer im Schloss Bellevue empfangen.

Auch 14 Geschäftsleute der Keupstraße in Mülheim hatten mit ihren Angehörigen eine Einladung nach Berlin erhalten. Unter ihnen war der Friseur Özcan Yildirim, vor dessen Salon am 9. Juni 2004 eine Nagelbombe in die Luft ging. Er hat mit seinem Onkel und seinem Vater an dem Empfang teilgenommen.

„Es war eine schöne Begegnung“, sagte er am Nachmittag nach dem Treffen im Schloss. „Joachim Gauck hat sich bei allen einzeln für ihr Kommen bedankt.“ Der Neonazi-Terrorzelle NSU werden zehn Morde zwischen 2000 und 2007 zugerechnet. In der Keupstraße wurden damals 22 Menschen verletzt.

Die Schwester eines Ermordeten aus Hamburg weigerte sich, ohne ihre Anwältin ins Schloss Bellevue zu kommen. Das Bundespräsidialamt hatte die Teilnahme der Anwältin abgelehnt – mit dem Hinweis auf zu wenig Platz. Angeblich gab es weitere Absagen, teilweise allerdings aus Krankheitsgründen.

Mitat Özdemir, Vorsitzender der IG Keupstraße, sagte: „Eine solche Einladung ist gut und schön, aber letztlich bringen uns solche Treffen nicht weiter.“ Neben einer konsequenten Aufklärung der Taten wünsche er sich viel mehr Hilfe für die Opfer, ein Mahnmal für die Straße.

Die Geschäftsleute der Keupstraße waren nach dem Nagelbombenanschlag selbst in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Dafür haben sich viele Politiker mittlerweile entschuldigt. (hsr)


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