28.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Gericht: Hund gefesselt in den Rhein geworfen

Bonnie

Die neunjährige Bonnie lebt inzwischen bei einer Familie.

Foto:

Privat

Köln -

Winselnd, das Fell völlig durchnässt, die Vorderpfoten fest mit Paketschnur zusammengebunden – so fand Charlotte H. (23, Namen geändert) die Mischlingshündin Bonnie am 15. März spätabends am Stammheimer Rheinufer. Der Besitzer selbst soll das Tier gefesselt und in den Rhein geworfen haben, um es loszuwerden. Ein Amtsrichter verurteilte den 54-jährigen Norbert P. am Mittwoch wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 600 Euro.

Norbert P. sagt zwar gleich zu Beginn der Verhandlung: „Ich war das nicht.“ Mehrere Zeuginnen lassen jedoch Zweifel an der Geschichte des fünffachen Vaters aufkommen. Norbert P. will das Gericht zunächst davon überzeugen, dass sein Hund weggelaufen ist und gestohlen wurde. „Da sie nie mit Fremden mit ging, muss es jemand gewesen sein, den sie kannte.“

Er habe die ganze Nacht überall nach Bonnie gesucht. Als er einige Tage später einen Bericht über die gefundene Hündin in einer Zeitung entdeckte, habe er sich nicht getraut, sich im Tierheim zu melden, weil er nie Hundesteuer bezahlt hat. Die Hundesteuer-Bescheide lagen zweimal im Jahr im Briefkasten von Helena K. (47). Sie hat die Hündin 2008 an ihren Bekannten Norbert P. abgegeben, weil ihr neuer Vermieter keine Hunde duldete. Norbert P. hat sich jedoch nie darum gekümmert, den Hund umzumelden. Der Staatsanwalt sieht in den Problemen mit der Steuer ein mögliches Motiv, warum Norbert P. Bonnie loswerden wollte.

Die Nachbarschaft bekam im März schnell mit, was mit Bonnie passiert war – und wurde misstrauisch. Nelly L., deren Tochter oft mit Bonnie spazieren ging, stellte Norbert P. eine Falle, um herauszufinden, ob er etwas mit dem Verschwinden des Hundes zu tun hat. „Bonnie wurde donnerstags am Rhein gefunden, ich habe ihn freitags angerufen und gefragt, wie es seinem Hund geht“, sagt die 41-jährige Zeugin. „Er sagte, Bonnie hätte gerade gefressen und liege jetzt auf ihrem Platz.“ Zu diesem Zeitpunkt erholte sich die Hündin bereits bei ihrer Retterin Charlotte H. Der Richter glaubte Norbert P. nicht – vor allem, da der bei der angeblichen Suche nach Bonnie nicht bei einem einzigen Nachbarn nach ihr gefragt hat. Die neunjährige Hündin lebt inzwischen bei einer Familie.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?