25.08.2016
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Keupstraße: Grüne fordern Mahnmal

Ein Polizist steht nach der Explosion auf der Keupstraße. (Archivbild)

Ein Polizist steht nach der Explosion auf der Keupstraße. (Archivbild)

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dpa

Köln -

Einen Tag, bevor sich der Nagelbombenanschlag in der Mülheimer Keupstraße zum neunten Mal jährt, haben sich die Grünen für die Errichtung eines Mahnmals ausgesprochen. Die Mitgliederversammlung folgte am Samstagnachmittag einstimmig einem Antrag des Ortsverbandes Mülheim, den eine Reihe von Ratsmitgliedern sowie Bundes- und Landespolitiker unterstützt haben. Die Grünen werden sich dafür einsetzen, dass der Stadtrat die Kosten für ein Mahnmal bewilligt und einen Ort dafür beschließt. Es soll „zur Erinnerung und Verurteilung der rechtsterroristischen NSU-Anschläge vom 19. Januar 2001 in der Propsteigasse und vom 9. Juni 2004 in der Keupstraße“ errichtet werden.

In Mülheim waren 22 Menschen durch eine Nagelbombe der Neonazi-Terrorgruppe NSU verletzt worden. Bei dem Anschlag auf ein Lebensmittelgeschäft in der Propsteigsse wurde eine 19-jährige Deutsch-Iranerin lebensgefährlich verletzt.

„Ort und Gestaltung des Mahnmals sollen in enger Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren der Stadtgesellschaft bestimmt werden“, heißt es in dem Beschluss der Kölner Grünen. Ein geeigneter Ort sei der Wiener Platz, aber es kämen auch andere Standorte in dem Stadtteil in Frage, sagte Grünen-Bundestagskandidatin Berivan Aymaz. Sie begründete den Antrag vor den gut 70 Parteimitgliedern im Bürgerzentrum Ehrenfeld. „Mehr als 13 Jahre haben rechtsradikale Verbrecher in Deutschland gemordet, geraubt und gebombt“, sagte Aymaz. Wie die Neonazi-Täter so lange  unentdeckt bleiben konnten, „bleibt bis heute noch unfassbar“. Nach dem Brandanschlag in Solingen hätte die Ermittlungsbehörden und die politisch Verantwortlichen einen rechtsterroristischen Hintergrund keinesfalls ausschließen dürfen. Für eine gesellschaftliche Aufarbeitung „brauchen wir das Gedenken - das ermahnende Erinnern“.