28.08.2016
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Kommentar: Grünstreifen-Rodung war illegal

Josef Schumacher, Andrea Lützenkirchen und ihr Mann Jörg (v.l.) sind von der radikalen Rodung gar nicht begeistert.

Josef Schumacher, Andrea Lützenkirchen und ihr Mann Jörg (v.l.) sind von der radikalen Rodung gar nicht begeistert.

Foto:

Schäfer

Radikalkuren zahlen sich nicht immer aus. Die Mitarbeiter der Bahn mögen gedacht haben, eine gründliche Rasur hält für Jahre vor. So verschwand jeder Pflanzenbewuchs entlang der Lärmschutzwand an der Honschaftsstraße. Vielleicht haben sie sich an frühere Zeiten erinnert, als noch Dampfloks über die Gleise keuchten. Damals verursachte Funkenflug regelmäßig Brände am Bahndamm. Größere Pflanzen hatten dort damals keine Chance zu wachsen.

Doch da haben sie ihre Rechnung ohne den Wirt gemacht. Anwohner empörten sich und fragten nach der Schutzwürdigkeit des gestutzten Grünstreifens. Und diese bestand tatsächlich. Wussten die Bahnmitarbeiter wirklich nicht, dass sie nicht alles einfach platt machen durften? Oder haben sie vielleicht darauf spekuliert, nicht erwischt zu werden?

Andererseits steht nun die Frage im Raum, ob der Stadt als Auftraggeberin selbst das Ausmaß der Rodung aufgefallen wäre. Doch das Ergebnis zählt: Es wird neu gepflanzt. Und das ist gut so.