31.07.2016
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Kommentar: Politiker in die Feuerwache

Die Teams des Rettungsdienstes campieren schon seit zwölf Jahren in Containern auf dem Hof der Wache.

Die Teams des Rettungsdienstes campieren schon seit zwölf Jahren in Containern auf dem Hof der Wache.

Foto:

Schäfer

Mülheim -

Klar, die Stadt ist klamm. Es gehört zur Verantwortung der Kölner Politiker, jede Investition auf ihre Wichtigkeit zu überprüfen. Auch bei der Feuerwehr. Jede Ausgabe kann hinterfragt werden – es gibt jedoch auch Investitionen, wo sich jede Frage sehr schnell erübrigt. Sieht man sich in der Feuer- und Rettungswache Mülheim um, wird aus dem Fragezeichen schnell ein Ausrufezeichen, Die Frage lautet danach nur noch: Wie lässt sich hier noch vernünftig arbeiten? Notärzte und Rettungswagen-Besatzungen müssen in Notunterkünften auf ihre Einsätze warten. Die Ärzte und Sanitäter stehen sich auf den Füßen. Und teilen sich den Arbeitsplatz mit Ratten.

Demotivierende Verhältnisse

Ähnlich geht es den Feuerwehrleuten. Die müssen nach dem Einsatz zu ihrem Spind in den feuchten Keller, holen sich frische Kleidung und gehen dann, nur ein Handtuch um die Hüfte gebunden, wieder ins Erdgeschoss zum Duschen. Motivierend sind diese Verhältnisse für Menschen, von deren Einsatz das Leben Anderer abhängt, nicht. Einige wollen schon nicht mehr in Mülheim arbeiten.

Den Politikern im Rat sei dringend geraten, sich ein Bild zu machen, unter welchen Bedingungen die Rettungskräfte in Mülheim ihren Dienst tun. Sie haben ihre Entscheidung über die Bewilligung der Mittel für den Erweiterungsbau verschoben. Diese Zeit sollten sie für einen Ortstermin nutzen, um danach schnell zu handeln. Für die 104 Mitarbeiter der Feuer- und Rettungswache Mülheim wäre eine solche Geste ein wichtiges Zeichen: Unser Einsatz findet Anerkennung.