26.07.2016
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Massive Umsatzrückgänge: Mülheim ist eine einzige Baustelle

Die Baustellenzäune wie hier auf der Frankfurter Straße schrecken derzeit viele potenzielle Kunden ab.

Die Baustellenzäune wie hier auf der Frankfurter Straße schrecken derzeit viele potenzielle Kunden ab.

Foto:

Schäfer

Mülheim -

Kaum hatten die Bauarbeiten an der Frankfurter Straße, der Buchheimer Straße und der Berliner Straße begonnen, zeichneten sich erste Probleme ab. Einzelhändler beklagen massive Umsatzeinbußen. Einige Anwohner sind mit Einzelheiten in der Bauausführung unzufrieden. Aus diesem Grund hat das Büro für Wirtschaft Mülheim Geschäftsleute aus den genannten Straßen eingeladen, um mit Vertretern des Amts für Straßen und Verkehrstechnik sowie den verantwortlichen Ingenieuren zu sprechen.

„Es tut sehr weh – wir hätten nicht mit solchen Umsatzeinbrüchen gerechnet“, äußerte sich Enes Özer, der zwei Geschäfte für Damenbekleidung auf der Frankfurter Straße betreibt. Sein Unternehmen mit elf Angestellten und Auszubildenden sei zwar gesund und verfüge über Rücklagen, doch wisse er nicht, ob er die Baustelle wirtschaftlich überlebe. Özer: „Wir brauchen ein Konzept, wie wir die Zeit überbrücken.“ Ein anderer Händler beklagte einen Schutthaufen direkt vor seiner Haustür: „Der macht mein Geschäft kaputt.“

Einige Geschäftsleute sind mit der bislang absehbaren Bauausführung unzufrieden. „Ich finde das Gefälle des Fußwegs in der Buchheimer Straße zur Straßenmitte hin zu steil“, sagte Christiane von Scheven, die Inhaberin der Hirsch-Apotheke. Sie bekomme Rückenbeschwerden, wenn sie nach einem Einkauf im Supermarkt zurückkehre. Von Scheven: „Bedenken Sie, ich bin gesund. Wie aber sollen Menschen mit Rollator damit fertig werden – oder was passiert, wenn es glatt ist?“ Ein anderer Bewohner der Buchheimer Straße fragte, wieso die Pflanzbecken für die Straßenbäume und die Lichtmasten im Abstand von lediglich zwei Metern angelegt würden: „Da wachsen die Bäume doch direkt in die Leuchten.“

Unmut über Arbeitsstopp im Sommer

Großer Unmut wurde laut, als Ingenieur Manfred Heß darüber informierte, dass die Arbeiten in der Buchheimer Straße im Sommer für drei Wochen ruhen. Der Grund: Betriebsurlaub der Baufirma. „Das verzögert doch die Bauzeit“, sagte Von Scheven. Sie bekomme sieben Mal am Tag Warenlieferungen, die wegen der Baustelle zu Fuß aus der Nachbarstraße herangetragen werden müssten.

Kai Lachmann vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik versprach, sich des Problems anzunehmen: „Ich rede wegen des Betriebsurlaubs mit der Baufirma und lasse das Gefälle des Fußwegs neu vermessen.“ An Özer und die anderen Händler der Frankfurter Straße gewandt, versprach der verantwortliche Ingenieur Jens Fredersdorf hohes Arbeitstempo: „Die Südseite der Straße wird im August fertig, sodass der Fußweg voll nutzbar ist.“

Carsten Rickers vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik teilte mit, dass Mitte November beide Fahrspuren wieder frei seien. So solle wenigstens das Weihnachtsgeschäft ohne Beeinträchtigungen verlaufen können. Fredersdorf: „Unser Ziel ist, am Jahresende bis auf kleine Restarbeiten und die obere Fahrbahndecke alles fertigzubekommen.“