27.06.2016
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Rhein-Ruhr-Express: Bahn will nicht in Mülheim halten

Der Rhein-Ruhr-Express soll nicht am Mülheimer Bahnhof Station machen – so will es jedenfalls die Deutsche Bahn.

Der Rhein-Ruhr-Express soll nicht am Mülheimer Bahnhof Station machen – so will es jedenfalls die Deutsche Bahn.

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Schäfer

Mülheim -

Die Deutsche Bahn (DB) legte dem Rat der Stadt und der Bezirksvertretung Mülheim ihre Ausbaupläne für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) vor – einer Schnellverbindung zwischen Köln und Dortmund. Weil ein Zustieg in Köln-Mülheim darin nicht vorgesehen ist, forderte die Bezirksvertretung jetzt einstimmig, dies zu ändern.

Die Doppelstock-Züge des RRX sollen bis zu 160 Kilometer pro Stunde schnell sein – auf der Strecke Dortmund-Köln lediglich sechs (ohne Halt in Köln-Deutz) bis acht Minuten langsamer als der ICE. Der Zug – der erste könnte 2020 rollen – soll im 15-Minuten-Takt fahren. Da geplant ist, mit der Inbetriebnahme des RRX die Regionalexpresszüge RE 1 und RE 5 zwischen Köln und Düsseldorf ersatzlos zu streichen, hielte in Mülheim nur noch die S-Bahn.

Nicht akzeptabel

„Damit wären unsere Pendler förmlich abgenabelt“, so Bezirksbürgermeister Norbert Fuchs. Immerhin brauche die S-Bahn gut 40 Minuten nach Düsseldorf, der Regionalexpress dagegen nur 20. „Für uns ist das nicht akzeptabel“, sagte auch Alexander Lünenbach (SPD). Der Bahnhof Mülheim – in den vergangenen Jahren als Verkehrsknotenpunkt mit U-Bahn und Busanschluss ausgebaut – würde stark an Bedeutung verlieren. Günter Hermkes (Grüne) zweifelte am Sinn des Projekts: „Der RRX ist auf der gesamten Strecke fünf Minuten schneller als der RE und das soll so viel kosten.“ Insgesamt wird das RRX-Vorhaben auf zwei Milliarden Euro taxiert.

Fuchs beklagte, dass die DB mehrmals aufgefordert wurde, einen Halt in Köln-Mülheim einzurichten, doch diese wolle ihre Pläne nicht ändern: „Dann soll sich die Stadt doch gegen den Ausbau sperren.“ Der CDU-Stadtbezirksvorstand Mülheim sprach sich ebenfalls für einen RRX-Halt in Mülheim aus.

Horst Noack (SPD), Mitglied im Verkehrsausschuss der Stadt, sieht noch Chancen: „Wattenscheid und Düsseldorf-Benrath – ursprünglich nicht als Haltepunkte vorgesehen – sind nun auch in die Planung aufgenommen.“ Kommunalpolitische Interessenvertretung zahle sich aus. Jochen Ott, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, will sich ebenfalls für einen Halt in Mülheim einsetzen.