27.08.2016
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Pläne für den Mülheimer Süden: Hochhaus an der Stadtautobahn zwischen Zoobrücke und Hafen

Studie des geplanten Hochhauses

Studie des geplanten Hochhauses

Foto:

Visualisierung: KLA, Kister

Köln -

Es wäre das fünfthöchste Wohnhaus in Köln: Nahe der Rampe zur Zoobrücke und dem Mülheimer Hafen wollen Investoren ein bis zu 90 Meter und 28 Geschosse hohes Gebäude errichten. In der Nachbarschaft wollen sie weitere Wohn- und Gewerbeblöcke errichten; einer davon bis zu 40 Meter hoch, die anderen teils mit sieben, teils mit fünf Stockwerken. Das Vorhaben soll den im Mülheimer Süden geplanten Stadtteil abschließen, in dem nach Vorstellungen des Baudezernenten Franz-Josef Höing einmal mehr als 5.000 Menschen leben werden.

Das von Stadtautobahn, Auenweg und Gleisen eingegrenzte Gelände gehört der Euroforum West GmbH mit Sitz in Bayenthal. Die Fläche, für die das Unternehmen Baurecht beantragt hat, ist so groß wie sechseinhalb Fußballfelder. Die vorgesehenen Gebäude bieten, gemessen an Durchschnittswerten, Platz für etwa 800 Wohnungen; hinzu kommen 35.000 Quadratmeter Gewerbefläche.

Bevor die Verwaltung ihre Genehmigung erteilen kann, muss der Stadtrat einen Bebauungsplan erlassen. Anfang Dezember soll der Ausschuss für Stadtentwicklung das Verfahren starten. Um dem künftigen Veedel eine Silhouette zu verleihen, sehen die Entwürfe an der Zoobrücke höhere Häuser vor. „Wir wollen ein Zeichen setzen, um das Quartier sichtbar zu machen“, sagte Architekt Johannes Kister als Teilnehmer einer Planungswerkstatt. Ob das Gebäude tatsächlich eine Höhe von 90 Metern erreichen wird, steht für Höing noch nicht fest. Die genauen Maße würden in den Beratungen mit dem Investor und den Fraktionen festgelegt, sagte er. Völlig unproblematisch ist die Lage jedenfalls nicht. Die Nähe zum Autobahnzubringer, auf dem täglich 110.000 Fahrzeuge verkehren, verlangt besonderen Lärmschutz.

Baubeginn für 2016 vorgesehen

Wer die Beschaulichkeit der Vorstadt bevorzugt, dürfte einen Umzug in den Mülheimer Süden kaum in Betracht ziehen. Hafenanlagen, Backsteinfassaden und aufgegebene Fabrikhallen verbreiten jenen rauen Charme, der vor allem jüngere Generationen und die Kulturszene anzieht. Ein Tummelplatz für Architekten und Stadtplaner, die ihre Chance sehen, einen aufregenden Ort zu erschaffen.

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„Das muss zügig losgehen“, fordert Höing nicht zuletzt mit Blick auf den dringend benötigten Wohnraum. Im kommenden Jahr könnten in Mülheim-Süd erste Bauarbeiten beginnen. Wann die ersten Umzugslastwagen vorfahren werden, lasse sich allerdings noch nicht sagen. Grundsätzlich müssen Investoren, die auf einem Grundstück mehr als 25 Wohneinheiten bauen, ein Drittel davon dem sozialen Wohnungsbau vorhalten. Die Verwaltung will prüfen, ob die Regelung im Fall des Hochhauses und der Nachbargebäude anzuwenden ist. Nur wenige Kilometer nördlich ist ein weiteres Wohnhochhaus mit 20 Etagen und einer Höhe von 60 Metern geplant.