26.07.2016
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Strunde-Wanderweg: Ärger wegen Matsch und einer Brücke

Horst Noack und Hündin Mia waten durch die Pfützenlandschaft. Gummistiefel sind nach Regenfällen Pflicht.

Horst Noack und Hündin Mia waten durch die Pfützenlandschaft. Gummistiefel sind nach Regenfällen Pflicht.

Foto:

Schäfer

Dellbrück -

Beim Spaziergang mit Hündin Mia bekommt Horst Noack regelmäßig nasse Füße. An Regentagen stößt er auf seiner Tour entlang des Strunder Bachs zwischen Grafenmühlenweg und Mauspfad auf ein fast unüberwindliches Hindernis: Der Weg steht in seiner gesamten Breite unter Wasser, die Grünfläche an den Seiten gleicht einem Morast. Schon im vergangenen Oktober machte Noack die Verwaltung auf das Problem aufmerksam. Doch bis heute ist nichts geschehen.

„Was mich am meisten ärgert: Der Weg wurde erst vor wenigen Monaten mit einer neuen Decke versehen“, sagt Noack. Immerhin habe die Stadtverwaltung aus Mitteln der Regionale 2010 einen durchgehenden Weg entlang der Strunde angelegt. Da könne man doch erwarten, dass auch dieser Abschnitt benutzbar ist. „Um so schwerer wiegt, dass dieser Weg bei Spaziergängern sehr beliebt ist und auch als Schulweg stark genutzt wird“, sagt Noack. Er habe den Verdacht, die neue Decke könne zu stark verdichtet worden sein und das Wasser deshalb nicht schnell im Boden versickern.

Neue Brücke neben der alten

Nach einer ersten Anfrage im Grünflächenamt sei im Oktober die Antwort gekommen, es werde in Kürze nachgebessert. Als sich die Situation bis zur Jahreswende nicht änderte, wandte sich Noack nochmals an das Grünflächenamt. Das informierte ihn, am Schlammweg könne frühestens im April gearbeitet werden. „Das dauert mir viel zu lange“, empört er sich.

Die Pfützen sind es nicht allein, die Noack zu einem regen Briefwechsel mit dem Grünflächenamt veranlassten. Er zweifelt auch, ob der Bau einer neuen Brücke über die Strunde gerechtfertigt war. Wenige Meter östlich des Dellbrücker Mauspfads Richtung Grafenmühlenweg überspannt eine bogenförmige Konstruktion den Bach, kurz bevor ihn der Mauspfad ebenfalls mit einer Brücke quert. „Darüber lächelt ganz Dellbrück“, sagt Noack. Die Brücke werde von den Menschen schon scherzhaft „Rialto“ genannt. Für das Ratsmitglied scheint klar: Hier wurde Geld unnütz ausgegeben.

Joachim Bauer, der zuständige Abteilungsleiter im Grünflächenamt, bedauert die Verzögerung: „Wir haben alle Kräfte auf die Anlage von neuen Wegen entlang der Strunde konzentriert und können uns erst danach um den betreffenden Abschnitt kümmern.“ Die Verbindung zwischen Grafenmühlenweg und Mauspfad gehöre nicht zum Regionale-Projekt, das von der Landesregierung gefördert werde. Die Sanierung bereits bestehender Wegeabschnitte müsse aus Eigenmitteln der Stadt bezahlt werden. „Wir haben leider versäumt, diesen Weg im Vorfeld der Arbeiten mit einzubeziehen“, bedauert Bauer.

Fremde sollen sich nicht verlaufen

Den Neubau der Brücke dagegen hält Bauer für gerechtfertigt: „Wir wollen damit verhindern, dass Nutzer des Rad- und Wanderweges – viele sind Ortsfremde – sich in diesem Abschnitt verlaufen.“ Zwar führe der alte Weg entlang der Strunde bis zum Mauspfad, wo der Bach ebenfalls überquert werden kann. Doch schon vor der Brücke laufe ein weiterer Weg von der anderen Straßenseite weiter entlang der Strunde. „Dort würde man unweigerlich weitergehen, doch das ist eine Sackgasse“, erläutert er.

Mit der neuen Brücke sei eine direkte Verbindung zum nächsten Wegeabschnitt in Richtung Holweide geschaffen worden. Form und Ausmaße des Bauwerks wiederum habe nicht das Amt zu verantworten, sondern die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB). Bauer: „Deren Vorgabe lautet, dass zum Hochwasserschutz ein Abstand von mindestens 1,50 Meter zur Wasseroberfläche eingehalten werden muss.“