25.07.2016
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Tiergesundheitsmesse in Köln: Im Zwiegespräch mit der Hundeseele

Bentley bekommt eine Zahnreinigung

Bentley bekommt eine Zahnreinigung

Foto:

Rakoczy

Köln -

Denco hat in seiner Vergangenheit als Straßenhund in Spanien Schlimmes erlebt. Das weiß Hilla Theiss jetzt. Woher? „Na, er hat es mir erzählt“, sagt die Hundehalterin und fügt sofort hinzu: „Das ist kein Quatsch.“ Dank telepathischer Tierkommunikation habe sie sich mit ihrem Liebling verständigen können.

Deshalb trifft man sie auch bei der Premiere der Tiergesundheitsmesse in der Stadthalle Mülheim am Stand von Anthi Lappoehn. Die Hürther Industriekauffrau ist ausgebildete Tierkommunikatorin und weiß verblüffende Dinge zu berichten: „Alle Menschen werden mit sieben Sinnen geboren: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken, Telepathie und Gleichgewichtssinn.“

Der sechste Sinn

Zwei bis fünfjährige Kinder hätten ihn noch, den sechsten Sinn, und könnten mit Tieren sprechen. Wenn sie dann aber den Erwachsenen sagten, dass ihre Katze ihnen dieses und jenes erzählt hätte, bekämen sie die Antwort, das könnten Tiere nur im Märchen. Sie bekämen die telepathischen Fähigkeiten regelrecht abtrainiert. Sie könne die Verbindung wieder herstellen, zwischen Hund und Herrchen, glaubt Lappoehn. „Es ist ein Gefühl, wie wenn sie sich an einen schönen Moment erinnern und dann plötzlich wieder die Stimme desjenigen im Ohr haben, der ihnen etwa Nettes gesagt hat“, schildert sie. „Es wird einem dabei ganz warm“, sagt Hilla Theiss.

Denco ist seinen Kummer los und hat jetzt viel weniger Angst, außerdem einen Kumpel namens Oscar, ebenfalls ein ehemaliger spanischer Straßenhund. Mit ihm und Frauchen Hilla ist er bei der Messe unterwegs. Viele Besucher haben Hunde dabei, andere Haustiere allerdings nicht.

„Es war einfach an der Zeit für eine solche Veranstaltung. Das Thema Tiergesundheit beschäftigt die Menschen“, erklärt Veranstalterin Astrid Kraus. Rund 70 Aussteller präsentieren bei dem neuen Messeformat qualitativ hochwertige Nahrung und Accessoires für Hunde und Katzen. Tierärzte, -heilpraktiker, -psychologen, Hundeschulen und Tierbestatter sind vertreten. Mancher hat ungewöhnliche Dinge im Angebot: Magnetische Schmuckstücke für den Hund und sein Herrchen liegen etwa am Stand von Wolfgang Hocke. „Sie nehmen die Schmerzen bei Arthrose und lindern Entzündungen“, schwärmt er. Menschen und Tieren helfe der Schmuck der Marke Magnetix, beispielsweise als Anhänger an einem Band um den Hals gelegt. „Ich glaube zwar nicht so recht an die Wirkung, aber schön ist er“, sagt Hundebesitzerin Kerstin Marol. Sie hat sich eine silberfarbene Sonne zugelegt, die eigentlich für ein Hundehalsband gedacht ist, aber nun an ihrer Kette baumelt.

Einige Meter weiter preist Renate Pomp eine Ultraschallzahnbürste für Tiere an. „Es bilden sich 3,5 Millionen Microbläschen, die implodieren und bis zu 12 Millimeter tiefe Zahnfleischtaschen reinigen“, sagt sie. Bentley heißt der nächste Patient, der brav das Maul aufmacht und eine Zahnreinigung verpasst bekommt.

Spielzeug für den Frust

In einer Ecke neben dem Eingang hüpft Tierpsychologin Antje Hebel vor und zurück wie ein Boxer im Ring, ein Band mit einem grünen Ball in der Hand. Endlich schnappt einer der Vierbeiner vor ihr zu. Die Psychologin lässt ihm die Trophäe und erklärt: „Es ist wichtig, dass ihr Hund ein Spielzeug hat, in das er kräftig hineinbeißen darf. Da kann er seinen Frust loswerden.“ Ob es sich für eine Therapie für den bissigen Köter handelt? „Nein, das braucht jeder Hund. Die Tiere führen doch gar kein Hundeleben mehr in der Stadt.

Hilla Theiss hat sich derweil vom Stand der Tierkommunikatorin losgerissen und schlendert in Richtung Ausgang. Was Denco eigentlich in Spanien erlebt hat? Das möchte sie nicht erzählen. „Tiere haben schließlich auch eine Privatsphäre.“


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