26.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Baustellenampel: Ein Ost-Ampelmännchen im Kölner Norden

Das Ost-Ampelmännchen in Niehl.

Das Ost-Ampelmännchen in Niehl.

Niehl -

Vorwärts immer – rückwärts nimmer“ könnte derzeit für Radler und Fußgänger an der Kreuzung Friedrich-Karl-Straße/Niehler Straße in Niehl die Devise lauten. Oder: „Die Niehler Bürger in ihrem Lauf, hält weder Sturm noch Schlagloch auf.“ Denn im Zuge der noch bis Anfang März andauernden Arbeiten an der Signaltechnik wurde eine besondere Bauampel aufgestellt: Sie ist mit Ost-Ampelmännchen ausgestattet – mit charakteristischem Hut, den ausgebreiteten Armen bei Rot und dynamischem Schritt bei Grün.

Den ab 1969 in der damaligen DDR verwendeten Symbolen drohte nach der Wiedervereinigung das Aus, da die Ost-Ampelmännchen in den neuen Ländern zunächst schrittweise durch das West-Design ersetzt wurden: Die bundesweite Ampel-Richtlinie Rilsa („Richtlinien für Lichtsignalanlagen“) sah die DDR-Variante schlicht nicht vor. Nach Bürgerprotesten wurde die Rilsa in den 1990er-Jahren jedoch geändert – und das Ost-Ampelmännchen quasi seinem West-Kollegen gleichgestellt.

Seitdem rollt das Ossi-Männchen die Republik auf: Zahlreiche westdeutsche Städte – darunter Bonn – sowie der einstige Westteil Berlins greifen von Fall zu Fall auf das DDR-Design zurück, das laut Studien besser wahrnehmbar ist und häufiger beachtet wird als die West-Variante.

Im oberbergischen Städtchen Hückeswagen sind seit 2010 sogar alle Fußgänger-Ampeln „verostet“. Und nun hat auch Niehl sein Stückchen Ostalgie – zumindest noch für einige Tage.