25.07.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Cologne Classic: Treten, bis die Waden brennen

Foto:

Schöneck

Longerich -

Stürmische Windböen erfassten im Zwei-Minuten-Takt die Zielgerade auf der Longericher Hauptstraße: Immer dann, wenn das mit mehr als hundert Athleten besetzte Peloton (Hauptfeld) im Kampf um das Treppchen vorbeirauschte. Hautnah erlebten die Besucher hier die Rennatmosphäre, nur wenige Meter neben dem Jury-Bus, wo die Moderatoren Henning Tonn und Stefan Rosiejak mit ihren fachkundigen Erläuterungen durch den Wettkampf führten.

46 Runden durch Alt-Longerich – mit einer Gesamtdistanz von 101,2 Kilometern – mussten die knapp 140 Profis aus zwölf Nationen absolvieren. Im Eindruck des immensen Sogs wird schnell klar, warum es so enorm wichtig ist, sich als Fahrer im Hauptfeld zu halten: Denn wer zurückfällt, verliert die mitreißende Kraft des Pelotons – ein Aufholen als Einzelfahrer ist so gut wie unmöglich. So ging es zum Beispiel dem Unglücksraben Alexander Jussen, der nach nur wenigen Runden ausstieg. „Es hat kaum noch Sinn, das Rennen zu Ende zu fahren, wenn man einmal aus dem Feld gefallen ist; das ist in der Regel nicht mehr wettzumachen“, erläuterte die Moderation den Zuschauern.

#image (1)

An der Spitze lieferten die Ausreißer Jan-Niklas Droste und Joachim Tolles dem Publikum zur selben Zeit ein packendes Rennen: Das Spitzenduo hatte sich einige hundert Meter abgesetzt – und kämpfte verbissen, angefeuert von den rund 3 000 Zuschauern, um den herausgefahrenen Vorsprung zu behaupten. Das Longericher Rennen war das krönende Finale der 61. „Cologne Classic“. Zuvor gab es den ebenfalls sehenswerten Wettbewerb der Frauen – in dem das Führungstrio aus Melanie Hessling, Jana Schemmer und Christina Koep die Podestplätze unter sich ausmachte. Auch Jugendliche in diversen Altersklassen, die Senioren und drei- bis fünf- sowie sechs- bis achtjährige Nachwuchsfahrer traten zu Rennen an – letztere allerdings auf die verkürzte Distanz von nur einer Runde.

Die Longericher Wettkämpfe sind, nach „Rund um Köln“, der zweitwichtigste Radsport-Termin der Stadt. „Wir beginnen so im Oktober mit den Vorbereitungen“, so Gino Baudrie, Vorsitzender des organisierenden Vereins RRC Günther. Im Stadtteil hat das Rennen viele Fans. „Viele Zuschauer treffen sich jedes Jahr am gleichen Platz, um gemeinsam an der Strecke zu feiern“, meint Vereinsmitglied Georg Tiffe. Auch bei den Aktiven sei die Strecke beliebt. „Bei keiner Kurve muss man richtig bremsen; das haben Rennfahrer am liebsten.“ Das Männer-Rennen endet schließlich spannend: Während Tolles doch noch vom Feld geschluckt wird, kann Droste seinen Vorsprung bis zum Ziel halten – nur den Belgier Daniel McLay muss er auf den Schlussmetern noch vorbeiziehen lassen.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?