28.08.2016
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Einschläferung: Tapir Lindo stirbt im Zoo

Im Oktober kam Lindo zur Welt, nun ist das Tapirjunge tot.

Im Oktober kam Lindo zur Welt, nun ist das Tapirjunge tot.

Foto:

Arton Krasniqi

Lindo ist tot. Erst am 21. Oktober des vergangenen Jahres hatte Mutter Siri nach 400-tägiger Tragezeit den Flachlandtapir, dessen Name „schön“ bedeutet, im Kölner Zoo zur Welt gebracht. Man habe das Jungtier kürzlich einschläfern müssen, teilte Zoodirektor Theo Pagel mit. Grund sei ein „Erstickungsanfall“ gewesen. Bei Untersuchungen des toten Tapirs seien Mykobakterien gefunden worden. In seltenen Fällen könnten diese auch auf Menschen übertragen werden, wenn deren Immunabwehr eingeschränkt sei. Deshalb würden „in diesem Bereich“ zurzeit keine kranken Mitarbeiter eingesetzt, und alle, die mit den Tapiren in Kontakt kommen, müssten vorsorglich Gummihandschuhe und bei bestimmten Arbeiten Atemschutzmasken tragen.

Diese Maßnahmen gehörten auch in anderen Bereichen des Tiergartens zum Sicherheitsstandard, zumal Mykobakterien „überall in der Umwelt“ vorkommen könnten. Mit den Vorkehrungen solle auch verhindert werden, dass die Mykobakteriose in andere Gehege gelangen. „Nach unserem Kenntnisstand sind die getroffenen Arbeitsschutzmaßnahmen als absolut ausreichend anzusehen“, sagt der Betriebsarzt des Kölner Zoos; mit ihm und dem Prüfinstitut Dekra hat der Zoo laut Pagel die Schutzmaßnahmen geplant und umgesetzt.

Unterdessen ist das Südamerikahaus geschlossen worden, weil einige der dort untergebrachten Tiere an einer Salmonellen-Infektion erkrankt sind und, so Pagel, „eine Ansteckung von Menschen nicht völlig ausgeschlossen werden kann“. Die betroffen Tiere würden „bestmöglich versorgt“. Der Direktor weiter: „Wir möchten ausdrücklich betonen, dass für unsere Besucher keine Gefahr besteht und die Schließung rein vorsorglich ist.“ (cs)