30.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Einzelhandel: Veedel wünscht sich einen Supermarkt
28. November 2012
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Einzelhandel: Veedel wünscht sich einen Supermarkt

Am östlichen Schiefersburger Weg gibt’s Kioske, Bäckerei, Apotheke und Sparkasse – aber keinen klassischen Lebensmittelmarkt.

Am östlichen Schiefersburger Weg gibt’s Kioske, Bäckerei, Apotheke und Sparkasse – aber keinen klassischen Lebensmittelmarkt.

Foto:

Max Grönert

Bilderstöckchen -

Zwölf Supermärkte gibt es im Stadtbezirk Nippes – doch die sind ungleich verteilt. Während sich im gleichnamigen Stadtteil Nippes auf einem 400-Meter-Abschnitt der Neusser Straße gleich deren vier (inklusive eines Bio-Markts) drängen, sucht man sie in ganz Bilderstöckchen vergeblich. Dort haben sich mehrere Discounter angesiedelt – also Lebensmittelmärkte mit begrenzterem Sortiment, schnellem Warenumschlag und dem Haupt-Augenmerk auf niedrigeren Preisen. Gerade dieses straffe Konzept schätzen viele Kunden.

Doch ist das Fehlen eines sogenannten „Vollsortiment“-Supermarkts, der üblicherweise bis zu 10 000 verschiedene Artikel führt, ein Dauerthema bei vielen Bürgern im Veedel – vor allem in der Belgiersiedlung am Parkgürtel, wo es außer Kiosken und einer Tankstelle bisher keinen Einzelhandel gibt. Nun beschäftigte sich die Bezirksvertretung Nippes mit dem Thema. Anlass war ein Bürgerantrag aus Bilderstöckchen, demzufolge die Hauptschule Ecke Reutlinger Straße/Schiefersburger Weg aufgegeben werden solle, um Platz für ein Ladenzentrum mit Supermarkt zu schaffen. Zuvor hatte die Verwaltung bereits einen von Bürgern gewünschten Markt im Neubau Ecke Escher/Göppinger Straße in der Belgiersiedlung abgelehnt, da er außerhalb der zwei im Kölner Einzelhandelskonzept festgelegten Nahversorgungs-Lagen am Schiefersburger Weg liege (siehe Grafik).

Zu Fuß zum Einkauf

Ziel des Konzepts ist, dass alle Bürger im Umkreis von 700 Metern Geschäfte des Tagesbedarfs vorfinden – und somit zu Fuß einkaufen gehen können. Das Schulgrundstück befindet sich innerhalb der westlichen Zone und wäre so für den Einzelhandel nutzbar, heißt es im Antrag. Dem Vorschlag folgte das Stadtteilparlament nicht – forderte aber von der Verwaltung, eine Markt-Neuansiedlung in Bilderstöckchen zu unterstützen. „Wir haben Interesse an einem Vollversorger“, so Bezirksbürgermeister Bernd Schößler (SPD). „Aber wir sollten einen geeigneteren Standort finden und die Schule nicht aufgeben.“ Seniorenvertreter Walter Hargarten betonte, wie wichtig nahe gelegene Läden für ältere Leute seien. „Wir bekommen viele Anregungen von Bürgern.“ Hargarten schlug vor, für einen neuen Laden einen sozialen Träger mit ins Boot zu holen – wie es jüngst bei einer Neueröffnung in Alt-Niehl geschah.

Mit der Ablehnung des Bürgerantrags schloss sich das Stadtteilparlament einstimmig der Stadtverwaltung an. Die Schule Reutlinger Straße sei wegen des steigenden Bedarfs an Schulplätzen im Bezirk wichtig; zudem liege die Schülerzahl mit 386 weit über den 216 Schülern, die eine Hauptschule für ihren Weiterbestand mindestens benötige. Noch hinzu komme, dass die Einrichtung erst von 2001 bis 2005 für insgesamt rund 4,9 Millionen Euro generalsaniert und um einen Neubau ergänzt wurde.

Das Einzelhandelskonzept für Nippes ist online auf der Website der Stadt Köln abrufbar.

www.stadt-koeln.de/4/stadtentwicklung/einzelhandelskonzept/07725/