29.07.2016
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Korfball: Lehrstunde für deutsches Team

Spielszene: Der Holländer Jetze de Jong wirft auf den Korb.

Spielszene: Der Holländer Jetze de Jong wirft auf den Korb.

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Schöneck

Bilderstöckchen -

Ein Mix aus Feierlichkeit und Anspannung liegt in der Luft, als das deutsche Korfball-Nationalteam und die U-19-Auswahl aus den Niederlanden in die Sporthalle des Joseph-DuMont-Berufskollegs laufen – und sich zu den Klängen der beiden Nationalhymnen aufstellen. Denn am Vortag in Bergisch Gladbach war es den Deutschen sensationell gelungen, die Junioren aus dem Mutterland des Korfballs – das mit acht Titeln bei bisher neun ausgetragenen Weltmeisterschaften die unangefochtene Nummer eins ist – knapp zu besiegen. Gelingt vor den rund 100 Zuschauern auf der Tribüne der zweite Coup – oder schaffen die Lehrmeister in Orange die Revanche?

Das Test-Länderspiel war der Höhepunkt des Korfball-Aktionstages, zu dem die beiden Kölner Vereine If e.V. aus Dellbrück und der TV Ensen-Westhoven 07 in die Escher Straße einluden. Neben einem Derby der Vereine – das die Porzer mit 10:8 für sich entschieden – konnten auch Besucher den Sport ausprobieren und auf Kleinfeldern spielen.

„Korfball muss in den 1960er Jahren durch einen Schulaustausch nach Deutschland gekommen sein“, erzählt Rolf Schneider vom TV Ensen-Westhoven, bei dem es die Sportart seit 1974 gibt. Das Rheinland ist die deutsche Korfball-Hochburg – hier leben rund 2500 der bundesweit etwa 3000 Aktiven. Zum Vergleich: In den Niederlanden sind es rund 100 000 Korfballer. Wegen der Überschaubarkeit ist die Sportler-Szene hier sehr familiär, man kennt sich. Die Sportart, bei der Frauen und Männer gemeinsam auf dem Feld stehen, ist temporeich, spannend, ästhetisch und leicht zu erlernen – und deshalb reizvoll. Im Unterschied zum Basketball ist die Körpergröße nicht so entscheidend – immerhin hängen die Körbe in 3,50 Metern Höhe. Und man darf nicht auf den Korb werfen, wenn ein Gegenspieler direkt vor einem steht, was das Blocken eines Wurfversuchs erschwert.
Am Ende heißt es dann doch „Oranje boven“: Zwar erzielt Deutschland den ersten Punkt und hält phasenweise gut mit – doch das Team lässt zu viele leichte Punkte der Holländer zu und ist zudem weniger abgeklärt beim Wurf. Am Ende heißt es 28:20 (12:9). Für die Deutschen ist es aber eine wertvolle Erfahrung vor einem Großturnier: Ab Ende Juli sind sie bei den World Games im kolumbianischen Cali mit dabei – den Olympischen Spielen für nicht-olympische Sportarten.