29.08.2016
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Oldtimer-Serie: Mit dem Oldie-Traktor zur WM

Rechtsrheinisches Gespann: Harald Klubschewsky wohnt in Höhenhaus und fährt einen Traktor aus Deutz.

Rechtsrheinisches Gespann: Harald Klubschewsky wohnt in Höhenhaus und fährt einen Traktor aus Deutz.

Foto:

Christ

Köln -

Als waschechtem Kölner stand für Harald Klubschewsky immer fest: "Wenn ich mir einen Trecker anschaffe, dann nur einen Deutz." So kam es auch: Seit eineinhalb Jahren knattert der Höhenhausener hoch auf der grün-gelben Diesel-Maschine durch die Gegend und begeistert damit auf Schützenparaden oder Karnevalsumzügen. Der Traktor von Klöckner Humboldt Deutz leistete einst schwere Arbeit in einem Dorstener Sägewerk, nun verbringt er seinen wohlverdienten Ruhestand in einer schmucken Garage und wird nur zu festlichen Anlässen auf Trab gebracht. Demnächst wird die alte Zugmaschine aber wieder gefordert: Harald Klubschewsky möchte damit hoch hinaus.

Deshalb habe ich ihn:

Harald Klubschewsky: Ich hatte immer schon einen Hang zu Traktoren, egal welcher Marke. Schon als Fünfjähriger habe ich am liebsten mit meinem kleinen Holztrecker gespielt. Später - durch Ausbildung, Bundeswehr und Familiengründung - war das Thema Trecker erstmal vom Tisch. Im Urlaub in Ruhpolding durfte ich irgendwann selbst Trecker fahren, beim Almabtrieb sind 15 Kühe hinter mir hergelaufen, das war für mich purer Spaß. Vor drei Jahren habe ich angefangen, beim Kölner Rosenmontagszug Karnevalswagen mit dem Trecker zu ziehen. Der Wunsch nach einem eigenen Zugpferd wurde immer größer. Fridolin - so nennen meine Frau und ich den Deutz-Trecker - habe ich über das Internet gefunden. Das Angebot passte einfach: Der Trecker ist klein, knuffig und für sein Alter gut in Schuss. Das war quasi Liebe auf den ersten Blick.

Das kann er:

Klubschewsky: Er springt sauber an, ohne lang vorzuglühen. Sein Fünf-Gang-Getriebe mit einem Rückwärtsgang lässt sich leicht und sauber schalten. Trotz seiner 18 PS ist er ganz schön zugkräftig, ich habe im Sommer acht Leute auf dem Planwagen plus Verpflegung durch das Bergische Land gezogen. Selbst am Berg machte der Trecker nicht schlapp. Er ist ein gutes Arbeitstier.

Das kann er nicht:

Klubschewsky: Er hat keinerlei Zubehör. Heckhydraulik oder Mähbalken gibt es nicht, er ist eben eine reine Zugmaschine ohne weitere Fähigkeiten. Ein Dach ist auch nicht vorhanden, aber es gibt ja Hilfsmittel - Regenjacke und Hut. Mehr als 30 Kilometer fahre ich nicht mit dem Trecker, dann wird es einfach zu anstrengend. Nicht nur wegen des fehlenden Daches, sondern weil er auch ziemlich laut ist.

Das habe ich für ihn getan:

Klubschewsky: Zusammen mit meinem Sohn habe ich die ganze Technik überholt, die Motorhaube haben wir allerdings vom Fachmann lackieren lassen. Auch die Bremsen, die unglaublich gequietscht haben, habe ich lieber einem Fachmann überlassen. Die Kosten für den Trecker versuche ich durch Ersatzteil-Verkäufe auf dem Trödelmarkt oder auf Traktortreffen wieder rein zu bekommen.

Das haben wir erlebt:

Klubschewsky: Der Trecker hatte schon einige Auftritte im rechtsrheinischen Vereinsleben, auch im Lokalfernsehen war er zu sehen. Im vergangenen Jahr bin ich zum Beispiel beim Veedelszoch durch Höhenhaus dabei gewesen und im Sommer bei mehreren Schützenvereinen. Zuletzt bin ich nach Weiß gefahren, wo Bauer Bernd Lorbach immer seinen "Almabtrieb" feiert. Es ist immer ein Riesenspektakel, wenn er seine Kühe von den Rheinwiesen zu seinem Hof treibt.

Das haben wir vor:

Klubschewsky: Wenn es geht, möchte ich in diesem Jahr an der Traktor-Weltmeisterschaft am Großglockner teilnehmen. Dazu gehören unter anderem ein Zeitfahren und eine Fahrt über die Hochalpenstraße auf die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf dem Großglockner. Da kommen auf 2500 Metern Höhe bis zu 750 Traktoren aus der ganzen Welt zusammen. Ich werde mich warm anziehen müssen.

Aufgezeichnet von Tobias Christ