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Ostertermin: Stillstand beim Kiesabbau

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Kiesgrube
Die Bürger informieren sich beim Rundgang über das Gelände der Kiesgrube über die weiteren Pläne der Betreiberfirma. (Bild: Süsser)
GODORF

"Vielleicht können unsere Enkel einmal hier schwimmen", meinte ein jüngerer Mann beim Anblick des klaren Wassers am Seeufer, an dem ein Badestrand geplant ist. Im Norden der Kiesgrube, parallel zur Zaunhofstraße, soll er gebaut werden. Viele Jahre werden die Badegäste noch darauf warten müssen: Das Gewässer ist mit PFT verunreinigt.

Im Mai dieses Jahres wurde die giftige Chemikalie PFT (perflourierte Tenside) bei einer Routineuntersuchung durch das Umweltamt entdeckt. Seitdem ist dort das Angeln ebenso verboten wie die Auskiesung und das Hantieren mit dem belasteten Wasser. Erfahrungsgemäß dauere es zwischen zehn und 20 Jahre, bis das belastete Gewässer wieder freigegeben werden könne, sagte Bernd Kiefer bei einer Begehung des Betriebsgeländes.

Kiefer leitet den Immissionsschutz und die Wasser- und Abfallwirtschaft im Umwelt- und Verbraucherschutzamt. Er hatte mit Werner Schmitt, dem Geschäftsführer des Auskiesungsunternehmens J. & E. Horst GmbH, zu einer Bürgerinformation ins ASV Anglerheim eingeladen, das auf dem Betriebsgeländes liegt. Auch eine Besichtigung des normalerweise gesperrten Areals fand statt. Fast 100 Bürger informierten sich über den aktuellen Stand im und um den Baggersee zwischen Immendorf und Meschenich.

Die Förderbänder stehen seit Mai still und das Gelände wirkt geradezu idyllisch, vor allem in jenen Zonen, die bereits rekultiviert sind. Kanadagänse tummeln sich auf der Wasserfläche, Biotope haben sich entwickelt. Doch die Ruhe täuscht. Hinter der friedlichen Fassade herrscht erhebliche Aufregung - vor allem beim Auskiesungsunternehmen. Die Rede ist von Absatzeinbußen, Personalabbau und Vandalismus auf dem stillgelegten Gelände. "Das Problem ist, dass keiner genau weiß, wann es eine Genehmigung fürs Weiterbaggern geben wird", sagte Heinz-Dieter Schmitz, Geschäftsführer bei der Terra Consulting GmbH, der Beratungs- und Planungsgesellschaft, die für J. &. E. Horst arbeitet.

Als Verursacher der PFT-Verunreinigung, die Bernd Kiefer als "beträchtlich" bezeichnet, wurde inzwischen - wie berichtet - das angrenzende Industrieunternehmen "Basell" ermittelt. Die Bezirksregierung Köln als zuständige Überwachungsbehörde hat die Sanierung des Sees, der Böden und des Grundwassers angeordnet. Die Rhein-Energie reinigt das Trinkwasser mit Aktivkohle. Eine Aktivkohle-Anlage plane auch Basell, sagte Bernd Kiefer vom städtischen Umweltamt. Gebaut ist sie noch nicht. Auch über den Planungsfortschritt habe er keine Informationen.

Die Firma Horst will nicht warten bis Basell reagiert und hat stattdessen selbst ein Konzept entwickelt für eine Reinigungsanlage mit Aktivkohle. Im Wesentlichen soll bei der Horst GmbH die Anlage aus zwei Hochsilos bestehen. 150 000 Euro werde das kosten, sagt Heinz-Dieter Schmitz. Wenn die Reinigungsanlage installiert sei und funktioniere, dann rechnet Schmitz damit, dass der Kiesabbau Anfang kommenden Jahres wieder aufgenommen werden kann. "Die Stadt braucht den Kies", sagte der Geschäftsführer Werner Schmitt bei der Bürgerinformation. Und das meinte er nicht ironisch. Im Frühjahr habe die Erweiterung schon kurz vor der Genehmigung gestanden, sagte er. Die PFT-Geschichte sei bedauerlicherweise dazwischen gekommen.

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