28.07.2016
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Panne: Brunnen-Saison mit Panne eröffnet

Brunnen

Fontainen am Kaiser-Wilhem-Ring.

Foto:

Frohn

Köln -

Milde Temperaturen vor dem Osterfest locken ins Freie. Trotzdem ist das Leben noch nicht auf Kölns Plätze zurückgekehrt. Insbesondere die Brunnen waren bis Donnerstagvormittag stadtweit abgestellt. Die Plätze erschienen dadurch karg und wenig einladend.

Manfred Kaune ist Leiter des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen. Pünktlich um 11 Uhr gibt er am Kaiser-Wilhelm-Ring seinen Mitarbeitern das Startsignal in die neue Brunnensaison. Gut zehn Meter unter dem Platz, in der Tiefgarage, erhält Özel Hendem die Nachricht. In einem versteckten Seitenraum liegt der Betriebsraum des Brunnens. Hendem startet die Pumpen und es heißt: Wasser Marsch.

Der historische Brunnen auf dem Platz füllt sich. Schon bald haben die Fontänen volle Strahlkraft erreicht. Die lange Kälteperiode hatte den Technikern bis zuletzt zu schaffen gemacht,  die 55 städtischen Brunnen rechtzeitig flott zu machen. Optisch sind Brunnen sicherlich ansprechend und werten Plätze auf, doch sind die Betriebs- und Instandhaltungskosten für die Stadt beträchtlich.

Manfred Kaune, der Leiter des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen beziffert die jährlichen Kosten für den Betrieb der städtischen Brunnen auf rund 350.000 Euro. Allein der Brunnen am Kaiser-Wilhelm-Ring kostet rund 25.000 Euro. In einigen Brunnen wird trotzdem in dieser Saison kein Wasser fließen. Die Fontänen der Oper am Offenbachplatz sowie die am Ebertplatz bleiben wegen Umbaumaßnahmen ausgeschaltet.

Auch am Breslauer Platz wird kein Wasser in der geplanten Installation sprudeln. Der Grund: Die Stadt hat offenbar schlichtweg vergessen, den Brunnen zu bauen. Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung und im Rat der Stadt schieben sich derzeit gegenseitig die Schuld zu. Frühestens in einem Jahr könnte die rund 250.000 Euro teure Fontänen-Installation in Betrieb gehen.

20 Jahre wasserlos

Dazu möchte sich Kaune lieber nicht äußern. Er sei der falsche Ansprechpartner. Das wundert nicht; seine Abteilung ist schließlich nur für Betrieb und Wartung existierender Brunnen verantwortlich. De Facto sind die Kölner nicht als begnadete Brunnenbauer in die Geschichte eingegangen.

Als 1870 der Petrus-Brunnen an der Ostseite des Doms in Betrieb genommen werden sollte gab es eine Panne. Offenbar hatten die Arbeiter vergessen, eine Wasserleitung zum Brunnen zu verlegen. Gut 20 Jahre lang blieb er wasserlos und ging so in die Geschichte als „Drüjer Pitter“, also als trockener Peter, ein.

Heute steht er an der Südseite des Doms. Hier ist offenbar eine Wasserleitung verlegt worden, denn seit Donnerstagmittag sprudelt auch im „Drüjen Pitter“ wieder Wasser.

 


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